"Da hat sie mich nicht mehr erkannt": Inge Meysel erkennt Freund nicht mehr
zuletzt aktualisiert: 13.05.2004 - 15:32München (rpo). Die Schauspielerin Inge Meysel versinkt offenbar immer tiefer ins Dunkel ihrer Demenzkrankheit. Bereits Ende des vergangenen Jahres soll sie ihren langjährigen Freund, den früheren "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben, nicht mehr erkannt haben.
Meysel habe Wieben bei seinem letzten Besuch an Weihnachten 2003 nicht mehr erkannt. Das schreibt der 68-Jährige in einem Beitrag für die Zeitschrift "Bunte". "Ende September letzten Jahres war unser schönstes, letztes bewusstes Zusammensein", erzählte Wieben. Sie hätten bei ihr zu Hause in Bullenhausen bei Hamburg zusammen Mittag gegessen. Danach habe die 93-Jährige begonnen, "mit voller Intensität Gedichte aufzusagen".
Sie habe ihn ganz fest bei den Händen gehalten, als wollte sie ja kein Wort vergessen, sagte Wieben. "Wir sprachen das alte traurige Soldatenlied 'Lilli Marleen' und Fontanes 'Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland', immer wieder. Es war unser Abschied." Am Vormittag des Heiligen Abends habe er sie noch einmal besucht: "Aber da hat sie mich nicht mehr erkannt."
Am 28. April erlitt Inge Meysel einen Oberschenkel-Trümmerbruch und kam ins Allgemeine Krankenhaus Harburg. Nach Angaben der Ärzte zeigt sie seit rund einem Jahr Demenzerscheinungen, soll aber weiter zu Hause wohnen bleiben können. Am 30. Mai ist ihr 94. Geburtstag.
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