"24"-Star Kiefer Sutherland erneut angeklagt: Jack Bauer - auch ohne Kameras ein Rüpel
zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 - 21:30Los Angeles (RPO). In der Hit-Serie "24" darf Kiefer Sutherland als Jack Bauer so ziemlich alles. Schläge, Lügen und manchmal sogar Folter gehören ins Repertoire des knallharten CTU-Agenten. Nicht nur im TV, sondern auch im echten Leben scheint Sutherland ein Problem mit Regeln zu haben. Nun wurde der 42-Jährige für einen vermeintlichen Kopfstoß angeklagt. Es wäre nicht sein erster Konflikt mit dem Gesetz.
"Bad Jack" is back: Der Schauspieler soll auf einer Party in der Nacht zum Dienstag dem Designer Jack McCollough von der Modefirma Proenza Schouler einen Kopfstoß verpasst haben. Sutherland hatte Berichten zufolge angegeben, seiner Kollegin Brooke Shields zur Hilfe geeilt zu sein, nachdem sie von McCollough umgestoßen worden sei. Shields' Sprecherin hatte diese Darstellung dementiert.
Der Internetdienst "TMZ" berichtete allerdings unter Berufung auf Freunde der Schauspielerin, Shields habe ihnen bestätigt, dass sie von dem Designer "angerempelt" worden sei. Dies sei aber "keine große Sache" gewesen. Sie denke auch nicht, dass McCollough sie absichtlich geschubst habe. Sie sei gestolpert, aber nicht richtig gefallen. Shields schreibt den Vorfall laut "TMZ" ihren hohen Absätzen zu und der Tatsache, dass es in dem Raum dunkel und voll gewesen sei.
Im Stile des CTU-Agenten
Sutherland sah das anders und ging ganz im Stile von Jack Bauer zum Gegenschlag über. Der Designer, der durch Sutherlands Kopfstoß Medienberichten zufolge Platzwunden erlitten hatte, sieht sich als "Opfer eines bösartigen, gewaltsamen, unprovozierten Angriffs", wie sein Sprecher der Zeitschrift "People" gesagt hatte.
Der Sohn von Schauspiel-Legende Donald Sutherland muss sich nach seinem angeblichen Angriff nun wegen Körperverletzung verantworten. Sutherland stellte sich am Donnerstag der Polizei in New York, die seine Fingerabdrücke nahm und ihn fotografierte, wie das US-Magazin "People" berichtete.
Nach etwa zwei Stunden habe Sutherland die Polizeiwache mit seinem Anwalt wieder verlassen können. Die Fragen der wartenden Reporter beantwortete er nicht, der Star aus der Echtzeitserie "24" winkte aber in die Kameras. Laut "People" muss Sutherland vermutlich innerhalb des kommenden Monats in New York vor Gericht. Bei einer Verurteilung drohe ihm eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Gefängnis.
Nicht der erste Fauxpas
Der Fall könnte allerdings weitere Konsequenzen für Sutherland haben: Die Behörden in Los Angeles haben bereits angekündigt, dass sie derzeit prüfen, ob Sutherland seine Bewährungsauflagen verletzt hat. Sollte dies der Fall sein, könnte ihm eine längere Haftstrafe drohen.
Denn der "Emmy"-Preisträger kam schon früher mit dem Gesetz in Konlikt. Sutherland war Ende September 2007 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden. Nach einer Party war dem heute 42-Jährigen zwar eine Limousine mit Chauffeur angeboten worden - doch Sutherland wähnte sich fahrtüchtig und nahm das eigene Auto.
Pech: Er wurde nach brisanten Fahr-Manövern von einer Polizei-Streife gestoppt. Sutherland hatte einen Blutalkoholgehalt von mehr als 0,8 Promille, die in Kalifornien maximal toleriert werden. Ende 2007 musste der Darsteller für 48 Tage ins Gefängnis.
Er war bereits 2003 wegen eines ähnlichen Delikts verurteilt worden. Als Teil der Absprache mit dem Gericht musste Sutherland deshalb 18 Monate lang einen Anti-Alkohol-Unterricht besuchen und sich sechs Monate lang einmal die Woche einer Therapie unterziehen.
Image als Party-Löwe
Sutherland gilt trotz allem immer noch als Party-Löwe. Im Rahmen der sieben "24"-Staffeln mussten Gerüchten zufolge bereits mehrere Episoden umgeschrieben und umgeschnitten werden, weil Sutherland sich bei nächtlichen Feiern mehrfach Verletzungen zuzogen hatte.
"Ich kann nicht leugnen, dass mindestens die Hälfte von dem stimmt, was über mich geschrieben wird", sagte der Schauspieler einst dem britischen "Daily Telegraph" und fügte hinzu: "Ich habe einige dumme Sachen gemacht."
Es scheint, als habe er noch immer nichts gelernt.
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