Haftstrafe wegen unsittlichen Benehmens: Jim Morrison posthum begnadigt
zuletzt aktualisiert: 10.12.2010 - 17:56Tallahassee (RPO). Fast 40 Jahre nach seinem Tod ist der frühere Rockmusiker Jim Morrison am Donnerstag in Florida begnadigt worden. Der Sänger der Band "The Doors" war nach einem Konzert 1969 in Miami wegen unsittlichen Benehmens zu sechs Monaten Haft und 500 Dollar Geldstrafe verurteilt worden.
Ihm wurde damals angelastet, er habe vor den Zuschauern seine Hose heruntergelassen. Morrison hatte Berufung gegen die Verurteilung eingelegt, als er 1971 in Paris starb wurde der Rechtsstreit mit dem Staat Florida beigelegt. Nun beantragte der scheidende Gouverneur von Florida, Charlie Crist, am Donnerstag die Begnadigung Morrisons. Der Begnadigungsausschuss stimmte einhellig zu.
Nach wie vor ist strittig, ob Morrison die ihm zur Last gelegte Tat überhaupt beging. Bandmitglieder haben erklärt, Morrison sei an dem Tag stark betrunken gewesen, habe aber nicht seine Hose heruntergelassen. Einige Fans im Publikum erklärten dagegen, sie hätten den Sänger nackt gesehen.
Gouverneur Crist sagte, die Verurteilung beflecke den Lebenslauf eines etablierten Künstlers, der für eine Tat verurteilt worden sei, die er vielleicht nie begangen habe. Morrison trat seine Haftstrafe nie an. Der umstrittene Auftritt im Dinner Key Auditorium war als Tourauftakt geplant, 20 weitere Auftritte in den USA sollten folgen, jedoch kündigten alle anderen Veranstaltungsorte die Auftritte der "Doors".
Jim Morrison wurde 1971 im Alter von 27 Jahren tot in einer Badewanne in Paris aufgefunden. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.
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