Neuer Prozess wegen Betrugs: Karsten Speck droht lange Haftstrafe
zuletzt aktualisiert: 09.08.2007 - 16:16Dortmund (RPO). Aus seiner ersten Haftstrafe wegen Betrugs soll Karsten Speck nach Meinung des Landgerichts Düsseldorf vorzeitig entlassen werden. Doch droht dem Schauspieler neuer Ärger. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) will Speck erneut anklagen Eine langjährige Haftstrafe wäre dann möglich.
Die gute Nachricht zuerst: Der wegen schweren Betrugs verurteilte Schauspieler kommt wahrscheinlich vorzeitig aus dem Gefängnis frei. Die zuständige Kammer am Landgericht Düsseldorf habe die Entlassung des 47-Jährigen nach zwei Drittel seiner Haftstrafe befürwortet. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit die Möglichkeit einer Beschwerde gegen Specks Freilassung am 23. August.
Die Entscheidung wurde laut der Sprecherin trotz einer weiteren Anklage wegen Betrugs gegen den Schauspieler getroffen, den die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) erhoben hat. Das Landgericht Düsseldorf habe aufgrund der Unschuldsvermutung keine Möglichkeit gesehen, Speck die vorzeitige Entlassung zu verweigern.
Der Schauspieler war im November 2004 vom Landgericht Dortmund wegen Immobilienbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Er verbüßt seine Haftstrafe derzeit im offenen Vollzug in Düsseldorf.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte am 16. Juli Anklage wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs gegen Speck, seine Ehefrau Cora und seinen Schwiegervater sowie einen weiteren Verwandten erhoben, wie der Sprecher des Landgerichts, Markus Fritsch, am Donnerstag auf ddp-Anfrage sagte.
Dem Schauspieler werde vorgeworfen, seit 2002 insgesamt 900 000 Euro seines Gehalts für die ZDF-Serie "Hallo Robbie!" nicht wie vereinbart in einen Fonds für die Geschädigten seiner Immobiliengeschäfte eingezahlt zu haben. Stattdessen soll das Geld über angebliche Scheingeschäfte an eine Firma seines Schwiegervaters in Strausberg bei Berlin geflossen sein. Damit habe Speck seine Gläubiger über die tatsächliche Höhe seines Einkommens getäuscht.
Ob der Prozess eröffnet wird, entscheidet sich voraussichtlich in den nächsten Wochen, wie es beim Gericht hieß. Im Falle einer Verurteilung droht dem Schauspieler laut Fritsch eine Strafe von einem bis zehn Jahre Haft. Von einer Fluchtgefahr geht die Staatsanwaltschaft offenbar nicht aus. Gegenwärtig liege kein Antrag vor, Speck nach seiner vorzeitigen Entlassung festzunehmen, sagte der Gerichtssprecher.
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