Der Schauspieler wird 70 Jahre alt: Keiner prügelte so schön wie Terence Hill
zuletzt aktualisiert: 29.03.2009 - 12:51Frankfurt/Main (RPO). Den Namen Mario Girotti kennen wahrscheinlich nur eingefleischte Film-Fans. Dabei feierte der Italiener durchaus einige Erfolge. Zum Beispiel eine Nebenrolle im Meisterwerk "Der Leopard" von Regie-Genie Luchino Viscontis. Zum Weltstar wurde der Mann mit den strahlenden blauen Augen erst als Prügelpartner von Bud Spencer – und mit neuem Namen. Am Sonntag wird Terence Hill 70 Jahre alt.
Unter dem neuen Namen ging es mit der Filmkarriere richtig richtig los: Terence Hill wurde im Duo mit seinem älteren und schwergewichtigen Landsmann Bud Spencer alias Carlo Pedersoli ein etliche Jahre sehr erfolgreiches Duo. In Streifen wie "Vier Fäuste für ein Ave Maria" oder "Die rechte und die linke Hand des Teufels" flachsten und prügelten sich die beiden Unzertrennlichen nach Herzenslust über die europäischen Leinwände. Auch in Deutschland genossen die Italiener mit englischen Namen von Ende der 60er bis Ende der 70er Jahre größte Popularität.
Terence Hills Beziehung zu Deutschland liegt aber nicht nur in seiner Mitwirkung in Karl-May-Filmen und seiner späteren Beliebtheit beim einheimischen Publikum begründet, sondern hat tiefere Wurzeln: Seine Mutter war Deutsche, die frühen Jahre verbrachte der spätere Schauspieler in der Nähe von Dresden, dessen Zerstörung 1945 der damals Fünfjährige aus schützender Entfernung miterlebte. Bis zum endgültigen Umzug der Familie nach Italien im Jahr 1947 sprach der kleine Mario nur Deutsch, das er immer noch fließend beherrscht. 1995 ist Hill nach einem halben Jahrhundert den Stätten der Kindheit anlässlich einer Filmpremiere in Dresden noch einmal begegnet.
Privates Glück und Unglück
Neben den insgesamt neun gemeinsamen Filmen mit Bud Spencer hatte Hill 1973 großen Erfolg in der Titelrolle von "Mein Name ist Nobody", in dem neben ihm Henry Fonda mitwirkte. 1994 stand der Italiener nochmals gemeinsam mit Spencer für "Die Troublemaker" vor der Kamera und inszenierte diesen Film auch. Der frühere aktive Schwimmer und Ruderer, der in Rom einige Semester Literatur studierte, hat einen 1969 geborenen Sohn aus der glücklichen Ehe mit Lori Zwicklbauer, einer amerikanischen Lehrerin bayerischer Abstammung. Ein Adoptivsohn des Paares verunglückte 1990 tödlich. An diesem Schicksalsschlag hat der Schauspieler sehr gelitten.
In Italien konnte Hill im letzten Jahrzehnt etliche Serienerfolge im Fernsehen verbuchen, die Kinokarriere aber dürfte vorüber sein. In Erinnerung bleiben für ein Millionenpublikum amüsante Stunden mit einem Leinwandduo, das ungleicher nicht sein konnte, gerade deshalb jedoch bestens zueinander passte und dessen unzählige Prügeleien mit allerlei schurkischen Gestalten nie brutal, sondern immer zum Lachen waren.
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