Emma Watson aus "Harry Potter": Kleine Hexe, großer Star
VON ULRIKE WINTER - zuletzt aktualisiert: 17.07.2009 - 08:34Düsseldorf. (RP). Emma Watson, die Hermine aus den "Harry-Potter"-Filmen, ist längst nicht mehr nur Liebling der Filmkameras. Sie modelt und begeistert in Talkshows. Und ist dabei auf dem Boden geblieben.
Filmplakate, Kinopremieren, Interview-Marathons – wo immer die drei Harry-Potter-Stars derzeit den sechsten Teil der Filmreihe bewerben, steht eine uneingeschränkt im Mittelpunkt: Emma Watson, alias Zauberschülerin Hermine Granger, vormals kleine Hexe, inzwischen großer Star.
Während die eigentliche Hauptfigur, Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe, Reportern gegenüber das ewige Festgelegtsein auf eine Rolle beklagt und sein rothaariger Kollege Rupert Grint Zweifel an seinem Schauspieltalent einräumt, strahlt die 19-Jährige souverän durch alle Widrigkeiten des Jungstar-Daseins – wie zuletzt bei der dauerverregneten London-Premiere des aktuellen Streifens "Harry Potter und der Halbblutprinz". Als sie danach in einer Talkshow auf ihre Unterwäsche angesprochen wurde, die unter ihrem durchnässten Kleid hervorgeblitzt war, meinte sie gelassen: "Wenigstens trage ich Unterwäsche."
Der neue Harry-Potter-Film hat bei seinem US- Start alle bisherigen Mitternachtsrekorde gebrochen. "Harry Potter und der Halbblutprinz" spielte in Amerika aus dem Stand rund 22,2 Millionen Dollar ein. Auch in Deutschland legte der Film gestern einen Traumstart hin, teilte Cinemaxx mit. Gestern hätten die Kinos dreimal so viele Besucher gezählt wie am Montag.
Ruhm, Rummel, Öffentlichkeit: Emma Watson ist erfolgreich, weil sie es genießt. Sie jammert nicht über ihre verlorene Kindheit, die sie bereits als Elfjährige gegen eine Karriere als Potter-Star eintauschte. Beim Casting für den ersten Film hatte sie sich gegen 4000 Bewerberinnen durchgesetzt. Sie bedankt sich für die Chance ihres Lebens: "Ich habe viel mehr gewonnen, als ich angeblich verpasst habe", sagt sie. Gleichzeitig arbeitet sie zielstrebig an einem Leben neben und nach Harry Potter. Und achtet bei jedem Schritt darauf, dass ihr der Spaß am Erfolg nicht verloren geht – indem sie sich mit erstaunlichem Gespür selbst treu bleibt.
Das Modeln zum Beispiel sei für sie keine effekthascherische Laune, sondern ein lang gehegter Traum, betont Emma Watson. Anfang des Jahres wurde sie das Gesicht der britischen Kultmarke Burberry, für Karl Lagerfeld ließ sie sich in Chanel ablichten. So sehr sie von ihrem glamourösen Nebenjob schwärmt, so nüchtern kommentiert sie ihn an anderer Stelle: "Mode war für mich immer vor allem eines: Spaß."
Eine erwachsene Haltung, mit der sie wohl auch ihr nächstes Projekt ausgesucht hat. Abgesehen von zwei verbleibenden Potter-Filmen, die aus dem letzten Teil der Romanreihe entstehen sollen und für die sie nach langem Zögern zugesagt hat, will sie sich in den nächsten Jahren vor allem ihrem Studium widmen. Wie die superschlaue Zauberschülerin Hermine liebe sie es, zu lesen und zu lernen, sagt sie. Zudem bietet das Studium in den USA die Chance, abzutauchen in die Normalität Gleichaltriger.
Die Aussichten, dass Watson langfristig ihre Bodenhaftung behält, sind gut. Schon ihre Mutter habe früher dafür gesorgt, dass sie auch als Filmstar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahre, sagt sie, ihr Vater habe sich darum gekümmert, dass sie ihren Kontostand erst mit 18 erfuhr. Ihr Vermögen wird auf zehn Millionen Euro geschätzt, auf der Forbes-Liste der bestverdienenden Jungschauspieler belegt sie Platz sechs. Sie selbst spricht lieber darüber, dass sie an freien Tagen taucht, Hockey spielt oder Himbeer-Amaretto-Kuchen bäckt ("Meine Spezialität!"), dass es keinen Alkohol in ihrem Leben gibt, dafür einen festen Freund, einen 26-jährigen Londoner Banker.
Zu erfolgreiche Aussichten auf ein glückliches Leben? Emma Watson jedenfalls macht sich keine Sorgen. "Ich bin durch die harte Schule der Harry-Potter-Maschinerie gegangen", sagt sie, "ich kann ganz gut mit den Dingen umgehen, die auf mich zukommen."
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