Riga: Lettland verbietet Homosexuellen-Parade
zuletzt aktualisiert: 19.07.2006 - 19:02Riga/Moskau (rpo). Lettische Behörden haben eine Homosexuellen-Parade in der Hauptstadt Riga verboten. 500 Menschen wollten an der Veranstaltung teilnehmen. Im vergangenen Jahr hatte man in Lettland versucht, eine solche Parade wegen "moralischer Werte" zu verhindern. Diesmal machten die Behörden Sicherheitsrisiken geltend.
Andris Grinbergs von der Stadtverwaltung in Riga nannte keine näheren Details zu den erwarteten Sicherheitsrisiken. Schon am Dienstag hatte der lettische Innenminister Dzintars Jaundzeikars ein Verbot der Veranstaltung gefordert, da es extrem schwierig sei, jedermanns Sicherheit zu garantieren. Linda Freimane, Vorstandsmitglied der Homosexuellen-Organisation Mosaika, kündigte an, gegen das Verbot Widerspruch einzulegen.
Im vergangenen Jahr war die Homosexuellen-Parade in Riga ebenfalls zunächst vom Stadtrat verboten, nach einem Widerspruch aber doch noch zugelassen worden. Die Veranstalter könnten sich aber nicht darauf verlassen, dass ihr Widerspruch wieder erfolgreich sei, sagte Grinbergs. 2005 sei die Parade zunächst nicht etwa aufgrund von Sicherheitsproblemen, sondern wegen moralischer Werte verboten worden. Bei der Premiere der Parade im vergangenen Juli marschierten etwa 50 Homosexuellen-Aktivisten mit. Tausende sahen zu, vor allem Gegner der Veranstaltung. Aktuell steht in Lettland eine Gesetzesänderung an, die die Diskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz verhindern soll. Doch das Parlament ließ die Initiative bereits einmal durchfallen.
In Moskau demonstrierten etwa ein Dutzend Aktivisten der Homosexuellen-Organisation GayRussia vor der iranischen Botschaft. Sie erinnerten an zwei Jugendliche, die vor einem Jahr von einem iranischen Gericht zum Tode verurteilt worden waren. Nach Angaben der Organisation ist zwar nicht ganz geklärt, ob die Jugendlichen wegen ihrer Homosexualität gehängt wurden. Dennoch wolle GayRussia mit der Aktion Gewalt gegen Homosexuelle anprangern, die auch in Moskau zu spüren sei, sagte ein Organisator des Protests. Die Demonstration wurde von Schwulengegnern begleitet, die Beleidigungen riefen.
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