49-Jährige arbeitet das ganze Jahr über an der Pracht: Lübeckerin schmückt Garten mit über 15.000 Ostereiern
zuletzt aktualisiert: 09.04.2004 - 09:16Lübeck (rpo). Jedes Jahr zu Ostern kommt der große Tag von Heidi Dencker: Dann erstrahlt ihr Garten im Glanz von 15.800 Ostereiern. Das ganze Jahr über werkelt die Lübeckerin an der Pracht, denn die Eier sind nicht etwa gekauft, sondern selbst ausgepustet und verziert.
Die Eier säumen, auf Schaschlikspieße gesteckt, die Beete, oder baumeln von den Bäumen - ein Paradies für den Osterhasen. Kein Wunder eigentlich, denn Heidi Dencker wurde an Ostern geboren. Doch mit Eierausblasen hatte sie als Kind nichts am Hut. Umso erstaunlicher, dass sie nun jedes der über 15.000 Eier selbst ausgeblasen und dekoriert hat, mit Nagellack, Pailletten oder Wachsmalstiften.
Die Kreationen entstehen spontan und die besten Ideen hat die 49-jährige Serviererin nachts, wenn sie müde von der Arbeit heimkommt. Wie es zu der Eier-Leidenschaft kam, kann sie sich selbst gar nicht mehr erklären: "Erst habe ich ein Bäumchen geschmückt, dann zwei, dann die Beete, und so hat sich das ausgeweitet." Vom Eierhimmel in der Wohnung über den geschmückten Hof hin zum Garten zieht sich die bunte Pracht. Ausgeblasen wird das ganze Jahr über, außer vor Ostern, denn da ist Heidi Dencker vollauf mit der Dekoration beschäftigt.
Nicht jeden Tag Rühreier
21.500 Eier kamen in neun Jahren zusammen. Sie lagern in Zehner-Eierkartons, nach Farben sortiert, im Schuppen und im Heizungskeller. So viele Eier, das bedeutet auch viel Abfall - jeden Tag Rührei will sich die Lübeckerin doch nicht zumuten. "Und wegen der Salmonellen-Gefahr kann man das alles nicht mal verschenken", bedauert die Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder. So wird das meiste von dem, was in den Eiern steckte, weggeworfen.
Was das alles kostet, das mag sie sich lieber gar nicht vorstellen. "Farben, Klarlack und die Befestigungen zum Aufhängen, das geht auch ganz schön ins Geld", erzählt die ungekrönte Eier-Königin. Aber Hobbys kosten eben, meint Heidi Dencker nüchtern, und der Spaß am Eier-Gestalten ist es ihr wert.
Kein Rekord geplant
Einen Rekord will die Lübeckerin nicht aufstellen, eher schon die Menschen mit ihrem Garten erfreuen. Die kommen vorbei, wollen Fotos vom Eiergarten haben und reagieren positiver, als die 49-Jährige gedacht hätte. "Erst sagen alle: Das kann doch nicht gut aussehen, doch wenn sie es selbst sehen, sind fast alle begeistert." Am schönsten sei es, wenn die Kinder mit leuchtenden Augen vor dem Garten stünden, schwärmt Heidi Dencker.
Während sie das Ausblasen so perfektioniert hat, dass nichts mehr zu Bruch geht, fallen draußen im Garten immer wieder Eier der Witterung zum Opfer. Allein am Sturmwochenende Mitte März gingen 800 Eier zu Bruch. Trotz dieser Verluste ist vorerst Schluss mit Ausblasen: "Jetzt will ich nur genießen." Eine Idee fürs nächste Jahr hat Heidi Dencker schon: "Einen richtig großen Baum über und über mit bunten Eiern schmücken."
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