Vorwürfe wegen Adoption: Madonna fühlt sich missverstanden
zuletzt aktualisiert: 01.11.2006 - 14:57New York (RPO). Popstar Madonna fühlt sich nach der Adoption ihres Pflegesohns David missverstanden. In einem Interview warf die Sänderin ihren Kritikerin indirekt auch Rassismus vor.
Popstar Madonna wollte nach eigenen Aussagen, dass ihr jetziger Pflegesohn David bei seinem leiblichen Vater in Malawi aufwächst. Sie habe Yohane Banda finanzielle Unterstützung angeboten, damit er seinen einjährigen Sohn in seinem Dorf aufziehen könne, sagte die Sängerin dem Sender NBC in New York. "Und er sagte 'nein'", berichtete Madonna in dem Gespräch, das am Mittwoch erstmals ausgestrahlt werden sollte. Sie habe die Entscheidung nicht verstehen können, wolle den 32-Jährigen aber nicht verurteilen. Er habe wohl in seinem Herzen gefühlt, dass David bei ihr ein besseres Leben haben werde. "Als er 'nein' sagte, war das für mich das Zeichen, dass ich für sein (Davids) Wohlergehen verantwortlich bin", erklärte sie.
Nach einem ersten Interview in der "Oprah Winfrey Show" vor einer Woche will der Superstar die umstrittene Adoption anscheinend offensiv verteidigen. Sie war am Sonntag, knapp zwei Wochen nach Davids Ankunft in London, mit ihm sowie seinen neuen Geschwistern Lourdes (10) und Rocco (6) für einige Interviews nach New York geflogen. Nur ihr Ehemann, der Regisseur Guy Ritchie (38), war am Flughafen Heathrow nicht gesichtet worden.
Die Sängerin warf einigen Kritikern an der Adoption Rassismus vor. "Viele Menschen haben ein Problem mit dem Umstand, dass ich ein afrikanisches Kind adoptiert habe, ein Kind mit einer anderen Hautfarbe als meiner", berichtete der Superstar. Für sie sei dieser Faktor aber nie von Bedeutung gewesen. "Ich lebe nicht in einer weißen Welt. Ich leben in d e r Welt."
Die teils harschen Reaktionen nannte sie "deprimierend". Bei ihrer Tochter, die aus einer Beziehung mit dem Fitnesstrainer Carlos Leon stammt, sei sie auf Vorwürfe gefasst gewesen, die Schwangerschaft diene der Publicity. Dass sie im Falle Davids jedoch des Kidnappings oder anderer illegaler Handlungen beschuldigt wurde, habe sie unvorbereitet getroffen. "Ich habe nicht erwartet, dämonisiert zu werden", sagte Madonna.
Nicht nur der Inhalt, auch das Ausmaß der Berichterstattung über die versuchte Adoption wurde von der Sängerin scharf kritisiert. Diese sei trotz der Krisen im Irak, im Iran und in Nordkorea weltweit eine Woche lang in den Medien die Schlagzeile Nummer eins gewesen. Dies verdeutliche die allgemeine Unfähigkeit, sich auf die wahren Probleme zu konzentrieren, kritisierte die 48-Jährige.
Madonna bestätigte Gerüchte, dass ihr kleiner Pflegesohn bereits ein rotes Kabbalah-Band trägt. David werde wie ihre anderen Kinder die jüdische Mystiklehre studieren. Dies bedeute jedoch nicht, dass er nicht Christ, Buddhist, Muslim, Jude oder Agnostiker werden könne. Wenn ihr Sohn alt genug sei, könne er selbst entscheiden, woran er glauben wolle. David hat sich nach Aussage Madonnas gut in seiner neuen Umgebung eingelebt und mischt die Familie offenbar gehörig auf. "Er hat ein furchtbares Temperament. Er ist sehr kokett. Und er ist wahnsinnig komisch", beschrieb sie den Familienzugang. Sie sei schon sehr gespannt, wie sich ihr Sohn entwickeln und womit er die Welt noch überraschen werde.
Madonna und Ritchie haben - gegen den Protest von afrikanischen Menschenrechts- und Kinderschutzorganisationen - von einem Gericht in Malawi für zunächst 18 Monate das Sorgerecht für das Kind zugesprochen bekommen, dessen Mutter nach der Geburt starb. Dem Popstar war von Kritikern vorgeworfen worden, bei der Adoption dank Millionenspenden für ein Waisenhaus in Malawi bevorzugt behandelt worden zu sein.
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