Umstrittene Adoption: Madonna wehrt sich gegen Kritiker
zuletzt aktualisiert: 25.10.2006 - 12:24Los Angeles/London (RPO). Seit Tagen wird Popdiva Madonna kritisiert, weil sie ein Kind aus Malawi adoptieren will. Nun geht die Sängerin in die Offensive und weint sich öffentlich aus: In einem Interview mit US-Talk-Queen Oprah Winfrey verteidigt die 48-Jährige ihre Bemühungen, den 13 Monate alten Jungen aufzunehmen.
Sie tue dies nicht als Publicity-Gag, sondern "einfach, um ihm ein besseres Leben zu geben", sagte Madonna laut einem Bericht des britischen "Daily Mirror" bei der Aufzeichnung der Sendung, die am Mittwochabend im US-Fernsehen ausgestrahlt werden sollte. Nachdem der Vater des Halbwaisen am Wochenende in Interviews gesagt hatte, er sei über die Adoption in die Irre geführt worden und lehne sie ab, sprach Madonna von Manipulation durch die Medien.
"Sie ist frustriert über die Medien, sie glaubt, dass es der Druck durch die Presse ist, der den Vater dazu bringt, seine Geschichte zu ändern", sagte Zuschauerin Brook Carter dem US-Magazin "People". Davids Vater Yohane Banda hatte am vergangenen Wochenende gesagt, er sei über die Adoption getäuscht worden und habe nicht gewusst, dass sein Sohn damit Madonnas Kind werde und nicht mehr seins.
Bei der Aufzeichung des Fernsehinterviews sagte Madonna dagegen nach Berichten von Zuschauern, Banda sei ursprünglich glücklich über die Adoption seines Sohnes gewesen: "Er sah mir direkt in die Augen und sagte, 'Ich bin dankbar, dass Sie meinem Sohn eine Zukunft geben, denn wenn er bei mir geblieben wäre, hätte ich ihn eines Tages zu Grabe tragen müssen'", zitierte Zuschauerin Carter den Popstar.
Nach Angaben von Zuschauern sagte Madonna bei dem Interview per Satelliten-Schaltung, David habe an Malaria, Tuberkulose und Lungenentzündung gelitten, als sie ihn vor wenigen Wochen das erste Mal in Malawi gesehen habe. Das Kind habe seit einem Jahr keinen Besuch von Familienmitgliedern gehabt. Laut "People" kündigte die Sängerin an, der Vater könne seinen Jungen sehen, sooft er wolle. Sie werde zwei- bis dreimal im Jahr nach Malawi reisen und wolle David zu einer Art Botschafter seines Landes machen.
Madonna hatte vor anderthalb Wochen nach wenigen Tagen Aufenthalt in dem südostafrikanischen Staat die gerichtliche Genehmigung erhalten, den Halbwaisen für zunächst 18 Monate bei sich aufzunehmen. Danach soll über eine endgültige Adoption entschieden werden. Dieses Vorgehen widerspricht nach Angaben von malawischen Menschenrechtsgruppen den Gesetzen des afrikanischen Staates, da Ausländer vor einer Adoption 18 Monate mit dem Kind in Malawi leben müssten.
Unabhängig vom Kampf mit den negativen Schlagzeilen schmiedet die Pop-Queen schon reichlich Pläne für den Halbwaisen aus Malawi. So steht jetzt nach einem Bericht der "Sun" der Pate fest: Schauspieler Rupert Everett. Der 47-Jährige solle eine große Rolle im Leben von David spielen, berichteten Freunde. "Madonna und Rupert sind seit vielen Jahren Kumpel. Er ist einer ihrer engsten Freunde." Die Sängerin habe Everett aber auch ausgewählt, weil er Afrika aus seiner Arbeit für Aids-Organisationen gut kenne. "Sie weiß, dass er Malawi und die afrikanische Kultur gut kennt und David eine große Hilfe sein kann."
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