Schmeling-Film floppt kolossal: Maske-Regisseur beschimpft Publikum
zuletzt aktualisiert: 24.10.2010 - 15:26Köln (RPO). Die Verfilmung des Lebens von Boxer-Legende Max Schmeling wird als gewaltiger Flop in die Kinogeschichte eingehen. Auch die Beteiligung von Gentleman-Boxer Henry Maske als Hauptdarsteller konnte den Film nicht retten. Jetzt reagieren Maske und sein Regisseur. Und das eher undiplomatisch.
Maske selbst ist schwer enttäuscht. "Natürlich bin ich traurig, dass die Resonanz bisher so gering ist, aber ich bin deshalb nicht weniger überzeugt von dem Film", sagte Maske der Zeitschrift Super Illu.
Aber auch er übt sich - wenn auch dezenter - Zuschauer-Kritik. "Unser Publikum sitzt wahrscheinlich lieber auf dem Sofa vor dem Fernseher als im Kino", sagt Maske.
Krasser formuliert es Regisseur Uwe Boll: "Das Ergebnis zeigt, dass die deutschen Zuschauer kein Interesse an deutscher Geschichte haben und nur noch in modischen Hollywoodschrott reinlaufen."
Maske klingt in dem Streifen wie ein Automat
Boll hat sich in seiner Karriere als Regisseur unter anderem mit der Verfilmung von Videospielen einen Namen gemacht. Ein gewisses Maß an Berühmtheit erlangte er auch im Zusammmenhang mit der "Goldenen Himbeere", des legendären Spottpreises von Hollywood. 2009 bekam er die zweifelhafte Ehrung für das "schlechteste Lebenswerk". Die Produktion "Max Schmeling" kannte damals noch niemand.
Auch bei unserem Kritiker stieß Bolls Film auf ein verheerendes Echo. Ein Auszug: "Die tragischste Stelle in diesem Film ist die, wenn Max Schmeling seine Freundin Anny Ondra fragt, ob sie ihn heiraten möchte. Schmeling wird gespielt vom früheren Boxweltmeister Henry Maske, und der steht nun da, als sei das die zehnte Runde im Ring, und alles tut ihm weh und vor allem der Mund: "Wüllst Du meinöh Frau wörden?", fragt er und klingt wie ein Automat. Das ist lustig. Der Film "Max Schmeling" will indes gar keine Farce sein, nicht mal eine Komödie. Sondern ein Drama."