"Nie zu alt für Rock'n'Roll": Mick Jagger wird 65 Jahre alt
zuletzt aktualisiert: 26.07.2008 - 10:22London (RPO). "You're never too old to rock'n'roll" - "Für Rock'n'Roll bist Du nie zu alt": Auf niemanden scheint diese Redewendung besser zuzutreffen als auf den britischen Rockmusiker Mick Jagger, der am Samstag 65. Geburtstag feiert.
Böse Zungen behaupten, der Frontmann und Sänger der "Rolling Stones" habe schon mit 25 so ausgesehen wie heute. Der Schmollmund jedenfalls ist derselbe. Höchstens ein paar Furchen mehr haben sich in sein Gesicht eingegraben. "Die Rolling Stones machen weiter, spielen noch mehr Alben ein und gehen immer wieder auf Tour", kündigte Jagger im vergangenen Jahr an. Ein Rückzug in den Ruhestand ist nicht abzusehen.
Auf die Frage, wie er es schafft, so drahtig zu sein und noch immer wie ein Berserker über die Bühne zu rennen, antwortete Jagger unlängst, er habe sich in seinen wilden Zeiten entschieden, "nicht jung zu sterben". Außerdem verweist er auf seine Ernährung als Kind. Da habe es "kein Fast Food und nichts Zuckerhaltiges" gegeben. An seine früheren Drogenexzesse erinnert sich der Alt-Rocker nur ungern. In ihrer "kreativen Wirkung" seien die Suchtmittel "auf jeden Fall überschätzt".
Dem Image vom "ewig jugendlichen" Jagger versetzte eine britische Boulevardzeitung vor zwei Jahren einen Dämpfer. Bei Konzerten benutze er seit neuestem einen versteckten Teleprompter, damit er seine Songtexte nicht vergesse, hieß es in der "Sun" unter Berufung auf ein Bandmitglied. Dieses versicherte zugleich, dass Jagger das Hilfsmittel "nur ganz selten" benötige, betonte aber, dass es doch "höchst peinlich" wäre, wenn er beispielsweise die Worte von "Satisfaction" vergesse.
Der Song "I Can't Get No Satisfaction" aus dem Jahr 1965 machte Jagger und sein markante Stimme weltberühmt und verkaufte sich millionenmal. Er ist vielleicht noch eine Spur legendärer als die vielen anderen Hits wie "Under my Thumb", "Let's Spend the Night Together", "Brown Sugar" oder "Honky Tonk Woman". Auch "Sympathy for the Devil", "Street Fighting Man" oder "Jumpin' Jack Flash" verfehlen bei keinem Stones-Konzert ihre Wirkung. 1985 brachte Jagger sein erstes Soloalbum heraus ("She's the Boss"), dem bislang drei weitere folgten.
Die jüngste "Bigger Bang"-Welttournee der Stones, die vor einem Jahr mit einem nachgeholten Konzert in Belgrad endgültig zu Ende ging, gilt mit Einnahmen von mehr als 437 Millionen Dollar als wirtschaftlich erfolgreichste Konzertreise aller Zeiten. Jagger selbst soll mittlerweile 225 Millionen Pfund (285 Millionen Euro) schwer sein.
Der 1943 in Dartford südlich von London geborene Michael Phillip Jagger brach sein Studium an der renommierten Wirtschaftshochschule London School of Economics Anfang der 60er Jahre ab. Zusammen mit den Gitarristen Keith Richards und Brian Jones gründete er die nach einem Song ihres Bluesidols Muddy Waters benannten "Rolling Stones", die im Juli 1962 ihre ersten Auftritt im Marquee Club in London hatten.
Jagger, der im Gegensatz zu den "braven" "Beatles"-Pilzköpfen das Bild von den "bad guys" kultivierte, wurde 2003 - trotz Sex, Drugs and Rock'n Roll - in den Adelsstand erhoben und darf sich seitdem "Sir Mick" nennen.
Als skandalträchtiger Frauenheld machte Jagger in den vergangenen Jahren nicht mehr von sich reden. Wie es heißt, hat die - ihn körperlich überragende und ein Vierteljahrhundert jüngere - Stylistin L'Wren Scott den Rocker seit 2001 fest im Griff. Die Sturm- und Drangzeit mit den Sängerinnen Marianne Faithfull und Carla Bruni, Frankreichs derzeitiger Première Dame, den Models Chrissie Shrimpton, Luciana Giminez Morad und anderen ist vorbei. Verheiratet war der siebenfache Vater und dreifache Großvater mit der nicaraguanischen Schönheitskönigin Bianca de Macías und dem texanischen Model Jerry Hall, das ihm attestierte, stets gut für seine vier mit ihr gezeugten Kinder gesorgt zu haben.
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