Automatenindustrie sieht "kein großes Problem": Millionen-Betrug mit türkischen Lira an deutschen Automaten
zuletzt aktualisiert: 21.01.2005 - 12:28Istanbul (rpo). Die Währungsreform in der Türkei hat nach Presseberichten zu millionenschweren Betrügereien an Zigaretten- und Süßigkeitenautomaten in Deutschland geführt. Viele Automaten auch in anderen europäischen Ländern, würden die Ein-Lira-Münzen im Wert von etwa 55 Eurocent für eine Zwei-Euro-Münze halten, berichtete die türkische Zeitung "Hürriyet" am Freitag.
Durch die Verwendung der Lira-Münzen anstelle der Euros könnten kostengünstig Zigaretten und Süßigkeiten aus Automaten gezogen werden, meldete "Hürriyet". Ein Reporter der Zeitung habe an einem Automaten nach dem Einwurf einer Lira-Münze den Geldrückgabe-Knopf gedrückt und vier 50-Eurocent-Münzen erhalten. Zudem habe er mit einer Lira einen Schokoriegel für 50 Eurocent ziehen können und dazu vom Automaten noch 1,50 Euro "Wechselgeld" erhalten. Laut "Hürriyet" sind lediglich in Österreich rechtzeitig 300.000 Automaten modernisiert worden.
Dagegen sagte die VDAI-Justiziarin Doreen Kreutz, in modernen Automaten werde die Lira erkannt, weil die türkische Münze nicht magnetisch sei. Bei älteren Zigaretten- und Süßigkeitenautomaten könne es zwar vereinzelt Probleme geben, doch seien die meisten Geräte schon bei der Euro-Einführung umgerüstet und modernisiert worden.
Die Türkei hatte zum Jahreswechsel ihre Währung reformiert und aus der alten, inflationsgeplagten Lira sechs Nullen gestrichen. Im Zuge der Reform wurden auch neue Münzen eingeführt. Die Ein-Lira-Münze ähnelt stark dem Euro. Experten hatten schon in den letzen Monaten gewarnt, dass diese Ähnlichkeit zu Verwechslungen führen könnte.
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