Mit 65 Jahren: Monica Bleibtreu ist gestorben
zuletzt aktualisiert: 15.05.2009 - 12:08Berlin (RPO). Die Schauspielerin Monica Bleibtreu ist tot. Sie starb überraschend in der Nacht zum Donnerstag in Hamburg, teilte ihre Berliner Agentur Lindalax am Freitag mit. Monica Bleibtreu hatte Krebs. Die Schauspielerin hatte noch vor wenigen Tagen ihren 65. Geburtstag gefeiert. Die Mutter von Moritz Bleibtreu war als Bühnen- sowie Film- und Fernsehschauspielerin vielfach preisgekrönt.
Die Schauspielerin war zuletzt in dem Film "Hilde" im Kino zu sehen. Dem deutschen Publikum ist sie auch noch gut als Katja Mann in "Die Manns" von Regisseur Heinrich Breloer in Erinnerung. Einen Termin für die Beisetzung gibt es noch nicht. Sie lebte in Hamburg und Berlin.
Die gebürtige Österreicherin, die auch als Professorin an der Schauspielschule lehrte, war eine Schauspielerin für anspruchsvolle Rollen. Etwa für die schwierige Darstellung in dem Gefängnis-Drama "Vier Minuten". In dem berührenden Film geht es um die schwierige Beziehung zwischen einer verbissenen Klavierlehrerin (Bleibtreu) und ihrer Schülerin, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. 2007 bekam Bleibtreu dafür den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin.
Auch im Fernsehen war sie oft zu sehen. Sie spielte an der Seite von Manfred Krug in der Lkw-Serie "Auf Achse" und in mehreren Tatorten. 2005 erhielt sie zusammen mit ihrem Team einen Grimme-Preis für den Fernsehfilm "Marias letzte Reise".
Bleibtreu wurde am 4. Mai 1944 geboren und stammte aus einer mehrere Generationen umfassenden Schauspielerfamilie. Ihr Sohn Moritz führt die Tradition fort. In "Lola rennt" spielte er die Hauptrolle und seine Mutter eine Blinde. Glanzrollen machte Monica Bleibtreu in den vergangenen Jahren aus ihrer Darstellung realer Frauen: Brechts Frau Helene Weigel in "Abschied - Brechts letzter Sommer" (2000) und der Frau Thomas Manns im ARD-Dreiteiler "Die Manns"; dafür durfte sie mit dem hochkarätigen Ensemble 2001 den Adolf-Grimme-Preis in Gold entgegennehmen, außerdem den Deutschen Fernsehpreis.
Ausdrucksstarke Rollen in Fernsehfilmen
Bleibtreu entschied sich nach eigenen Angaben erst Mitte 30 dafür, hauptberuflich Schauspielerin zu werden. Nach ihrer Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien arbeitete sie an den bedeutendsten Bühnen im deutschsprachigen Raum, so am Wiener Burgtheater, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich sowie an der Freien Volksbühne und dem Schiller-Theater in Berlin.
Erstmals vor der Filmkamera stand sie 1969 unter der Regie von Franz Peter Wirth für den TV-Film "Change". Ihr Kinodebüt hatte sie 1972 in Hans Jürgen Syberbergs Film "Ludwig - Requiem für einen jungfräulichen König". Ihr Schwerpunkt wurden ausdrucksstarke Rollen in Fernsehfilmen.
Ende April bekam sie noch den österreichschen Fernsehpreis
Stets treu geblieben ist sie in all der Zeit dem Hamburger Schauspielhaus, in dessen unmittelbarer Nähe im Stadtteil St. Georg sie auch wohnte. Intendant Ivan Nagel holte sie als 28-Jährige nach Hamburg. Mitte der 80er Jahre verließ sie das feste Ensemble und gründete eine eigene Gruppe, später jedoch kehrte sie ans Schauspielhaus zurück, wo sie in losen Abständen an Produktionen mitwirkt, jedoch nicht mehr fest zum Spielerstamm gehört.
Stattdessen konzentriert sich Bleibtreu auf eigene Projekte. Mit dem Solostück "Rose" von Martin Sherman tourte sie durch Deutschland und feierte große Erfolge mit der Rolle einer 80-jährigen Jüdin, die auf einschneidende Ereignisse des 20. Jahrhunderts zurückblickt, die sie alle mit durchlitten hat.
Die letzte ihrer zahlreichen Auszeichnungen erhielt sie noch Ende April: Als beliebteste Schauspielerin wurde sie mit dem österreichischen Fernsehpreis "Romy" geehrte
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