Begehrter Veranstaltungsort: Neue Chance für "Erichs Lampenladen"
zuletzt aktualisiert: 03.08.2004 - 18:29Berlin (rpo). Das Schicksal des ehemaligen Palasts der Republik mitten in Berlin schien besiegelt. Der im Volksmund auch als "Erichs Lampenladen" verspottete Bau sollte dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses weichen und demnächst abgerissen werden. Doch jetzt mehren sich die Stimmen, das Gebäude erst einmal stehen zu lassen.
Das Gebäude soll erst abgerissen werden, wenn es ein Finanzierungskonzept und einen Termin für den vom Bundestag beschlossenen Wiederaufbau des Schlosses gibt. Dafür sprechen sich nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe) jetzt mehrere SPD- und Grünen-Abgeordnete im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus aus.
"Das Gebäude sollte erst abgerissen werden, wenn Klarheit besteht, was dort Neues errichtet wird", sagte beispielsweise der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und SPD-Bundestagsabgeordnete, Ditmar Staffelt, dem Blatt. Er halte nichts davon, "den Palast jetzt demonstrativ abzureißen und dort eine grüne Wiese oder einen Parkplatz anzulegen".
Neu nachdenken will auch der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (SPD): "Ich bin gegen einen Abriss des Palastes der Republik aus ideologischen Gründen." Bislang hatten die Berliner PDS-Senatoren Thomas Flierl (Kultur) und Harald Wolf (Wirtschaft) dafür plädiert, den asbest-sanierten Rohbau über das Jahr 2004 hinaus zu nutzen.
Ausgelöst wurde die neuerliche Debatte, weil sich der Palast der Republik als Veranstaltungsort als begehrt erweist. Kürzlich hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dort getagt. Ende August will die Beratungsgesellschaft McKinsey Deutschland dort ihr 40-jähriges Firmenjubiläum mit rund 4.500 Gästen feiern. Bis in den Winter hinein sind die Räume für kulturelle Zwecke ausgebucht.
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