Schauspielerin erhebt Anschuldigungen: Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Polanski
zuletzt aktualisiert: 15.05.2010 - 13:39Los Angeles (RPO). Neue Anschuldigungen gegen Roman Polanski: Die britische Schauspielerin Charlotte Lewis wirft dem Regisseur vor, sie im Alter von 16 Jahren in Paris sexuell missbraucht zu haben.
Wie US-Medien berichten, beschuldigt die heute 42-jährige britische Schauspielerin Charlotte Lewis Polanski, sich 1983 in Paris an ihr vergangen zu haben. Er habe sie auf schlimmste Art und Weise sexuell missbraucht, als sie gerade 16 Jahre alt gewesen sei, sagte die Darstellerin laut "People" am Freitag bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Über ihr Alter habe er Bescheid gewusst, sagte Lewis, die eine Rolle in Polanskis Film "Piraten" (1986) gespielt hatte.
Sie sei auf eigene Kosten in die USA gereist, um dafür zu sorgen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan werde und Polanski bekomme, was er verdiene, sagte Lewis laut "People". Alles, was sie wolle, sei Gerechtigkeit. Nach Angaben ihrer Anwältin gab es bereits ein Treffen mit Polizeiermittlern und einem Staatsanwalt in Los Angeles, wie der Sender CNN berichtete.
Polanskis französischer Anwalt Georges Kiejman wies die Vorwürfe zurück. Es sei verwunderlich, dass die Schauspielerin sich nun nach so vielen Jahren daran erinnere, sagte er dem Radiosender Europe 1. Polanski, mit dem er gesprochen habe, bezeichne die Ausführungen als Lüge.
In US-Medien werden weitere Anwälte von Polanski mit einem Statement zitiert, sie hätten keine Informationen über die Äußerungen auf einer solchen Pressekonferenz. Allerdings wüssten sie, dass der Bezirksstaatsanwalt sich weiterhin weigere, der Schweizerischen Regierung genaue und vollständige Informationen zu dem US-Auslieferungsgesuch zur Verfügung zu stellen.
Der Regisseur hatte sich 1978 schuldig bekannt, mit einer 13-Jährigen Sex gehabt zu haben. Fünf weitere Anklagepunkte, darunter Vergewaltigung, waren dafür fallen gelassen worden. Ende September 2009 war der 76-jährige Oscar-Preisträger ("Der Pianist") auf Basis eines US-Haftbefehls in Zürich festgenommen worden. Seit Anfang Dezember steht er in seinem Chalet in Gstaad unter Hausarrest.
Anfang Mai meldete sich Polanski rund sieben Monate nach seiner Festnahme erstmals direkt zu Wort: Das Auslieferungsgesuch an die Schweiz basiere auf einer Lüge. Der Antrag der US-Justiz diene mehr dazu, ihn "den Medien der ganzen Welt zum Fraß vorzuwerfen, als um ein Urteil zu vollstrecken, über das schon vor 33 Jahren eine Übereinkunft erzielt worden ist".
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