Kinder berühmter Eltern: Paris Hilton & Co.: Von Beruf Promitochter
VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 06.10.2006 - 14:28Düsseldorf (RP). Auf dem gesellschaftlichen Parkett tummeln sich immer mehr Berufstöchter. Sie heißen Giulia Siegel, Paris Hilton oder Tamara Ecclestone, und sie lassen kein Fettnäpfchen aus. Weil sie wissen, dass ihnen niemals eine Kündigung droht...
Paris Hilton hat einen anstrengenden Job. So hart, dass sie den ganzen Tag kaum zum Essen kommt. Da haut ein klitzekleines alkoholisches Getränk dann richtig rein. So zumindest hat sie der Polizei in Hollywood kürzlich zu erklären versucht, warum sie betrunken hinterm Steuer saß. Vor Gericht verantworten muss sie sich trotzdem. Die Strafe kann bis zu sechs Monate Gefängnis oder 1.000 Dollar betragen. Letzteres fällt für die schon mit 25 Jahren steinreiche Millionenerbin nicht wirklich ins Gewicht. Wahrscheinlich wird Hilton ohnehin milde bestraft, fiel sie doch bisher polizeilich nicht auf. Was man von ihrem restlichen Leben nicht gerade behaupten kann. Ihr aufreibender Beruf: Tochter. Ließe sich der Job erlernen, Hilton wäre wohl die beste Lehrmeisterin.
Füllt sie doch schon seit Jahren die Seiten der Regenbogenpresse mit ihrer bloßen Anwesenheit. Und das recht unterhaltsam. Mal weiß sie nicht, wer der britische Premier Tony Blair ist, dann möchte sie, inspiriert vom Oktoberfest, nur noch bayrische Dirndl tragen oder vermutet Haiti in der Nähe von Paris. Berufstöchter dürfen so etwas sagen, weil man sie erstens nicht entlassen kann und sie sich zweitens deshalb selten Gedanken machen müssen. Oder umgekehrt.
Tamara Ecclestone zum Beispiel, Tochter des milliardenschweren Formel-1-Tycoons Bernie Ecclestone, neigt zu griffigen Vergleichen. „Wir sind nicht reich, schließlich haben wir keine Bäder in unseren Jets“, sagte Tamara unlängst. Papa hält seine Hand trotzdem schützend über sein Herzblatt: Für das Fernsehformat „Red Bull TV“ interviewt die 22-Jährige Formel-1-Piloten. Dass das Tochter-Dasein im Schatten eines berühmten Vaters schwierige Seiten hat, verarbeitete Justine Lévy (32), Sprössling des Philosophen Bernard Henri Lévy, in ihrem Buch „Nicht so tragisch“. Das Problem sei der Druck, der auf einem laste, wenn der Vater schön, erfolgreich und beliebt sei.
„Als ,armes reiches Mädchen’ hat man nie das Recht, über irgendwas zu klagen. Es ist genug Geld da, man geht jeden Abend essen, man hat ein schickes Apartment. Wer kann sich da schon beschweren? Das kann nicht verhindern, dass man unglücklich wird und echte Dramen durchlebt“, sagte sie. Lévy wird zur Kettenraucherin, später nimmt sie Amphetamine, es kommt zum Zusammenbruch. Am Ende schreibt sie sich den Tochter-Frust mit einem Buch von der Seele - ein Weg, der nicht jedem offen steht.
So nimmt die Unzufriedenheit übers eigene Dasein mitunter kritische Formen an. Nicole Richie, Adoptivtochter des Sängers Lionel Richie, magerte so bedenklich ab, dass ihr Spitzname nun „Skeleton Girl“ (Skelett-Mädchen) lautet. Eine Ursache ihrer Essstörung: Nach dem Bruch mit der befreundeten Nur-Tochter Paris Hilton, mit der sie die TV-Serie „Simple Life“ drehte, fehlt ihr eine Aufgabe. Auch hierzulande kämpfen Berufstöchter um Aufmerksamkeit. Giulia Siegel (32), Tochter des Schlagerproduzenten Ralph Siegel, machte mit Beziehungszoff Schlagzeilen. Der letzte Sparringspartner hieß Thomas Haas.
Und Chiara Ohoven geistert als deutsche Paris Hilton durch die Klatschpresse. Ihre Spezialität: Schönheitsoperationen und Gastauftritte. Im Fernsehen oder bei Charity-Galas, organisiert von Mutter Ohoven. Immerhin pflegt die 21-Jährige das Familienleben. Ein Baustein in der Karriere der Berufstochter. Doch was kommt danach? Die Nur-Ehefrau. Aber das ist eine andere Geschichte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








