Wirbel um "Domina"-Fotos: Pauli verklagt Zeitschrift
zuletzt aktualisiert: 29.03.2007 - 15:20Zirndorf (RPO). CSU-Politikerin Gabriele Pauli will nach dem Wirbel um ihre "Domina"-Fotos im Magazin "Park Avenue" rechtlich gegen die Zeitschrift und weitere Medien vorgehen. Ein Anwalt wurde bereits von der Fürther Landrätin eingeschaltet.
"Es liegen grobe Verletzungen meiner Persönlichkeitsrechte vor", sagte Pauli am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Zirndorf. Sie habe einen Anwalt mit der juristischen Prüfung des Falles beauftragt. Es werde Konsequenzen haben, "die die betroffenen Medien spüren werden".
Die CSU-Politikerin beklagte, die Bildauswahl sei ihr entgegen den Absprachen vor der Veröffentlichung nicht vorgelegt worden, auch den Text habe sie nicht autorisiert. Die Bilder an sich seien ästhetisch sehr schön, aber in Kombination mit der Aufmachung der Seiten und dem Text könne sie die Veröffentlichung nicht akzeptieren.
Hinter der Art und Weise der Veröffentlichung vermutet sie nun die Absicht "mich in eine Ecke zu stellen, in die ich nicht gehöre". Das wolle sie so nicht hinnehmen.
"Da war wohl auch etwas Voyeurismus dabei"
Mit Blick auf eine Passage in dem Text, in der beschrieben wird, wie Pauli ihre Unterhose auszieht, sagte die Landrätin: Es sei vereinbart gewesen, dass bei der Ankleide während der Fotoaufnahmen alle den Raum verließen. Das sei nicht der Fall gewesen. "Da war wohl auch etwas Voyeurismus dabei", beklagte Pauli.
"Ich habe eingesehen, dass ich wohl einen Agenten brauche", sagt sie. Nur so könne sie sichergehen, künftig nicht wieder vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. So habe ihr "Park Avenue" vor dem Shooting versichert, "etwas Nettes" zu machen. "Wenn ich die Bilder vorher gesehen hätte, dann hätte ich sicher eine andere Auswahl getroffen", schildert die Landrätin.
Zuvor hatte "Park Avenue"-Redaktionsleiter Michael Stoessinger im Fernsehsender N24 Paulis Vorwürfe zurückgewiesen. "Wir haben die Zitate natürlich mit ihr besprochen", sagte er. Den gesamten Text vorab lesen zu lassen, sei aber nicht üblich. Dass sich die Redaktion bislang nicht persönlich bei ihr gemeldet habe, findet Pauli seltsam. "Ich kenne deren Statement nur aus dem Internet".
Uhl: "Damit hat sie sich selbst gerichtet"
Die Fotos von Pauli hatten vor allem bei CSU-Politikern für Empörung gesorgt. "Damit hat sie sich selbst gerichtet", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl. Selbst der Chef der Freien Wähler (FW) in Bayern, Hubert Aiwanger, der zuvor heftig um die Gunst der Stoiber-Kritikerin warb, ging auf Distanz.
Aiwanger hätte für eine mögliche Spitzenkandidatur Paulis bei den Freien Wählern zur Landtagswahl 2008 selbst auf diesen Posten verzichtet. Doch nach Veröffentlichung der Bilder sagte er dem "Münchner Merkur": "Es wird natürlich immer schwieriger, sie bei uns einzubauen."
Pauli selbst sieht sich durch die Bilder indes keineswegs politisch disqualifiziert. "Ich mache gerne Politik und will auch weiter Politik machen", betont sie. Es solle doch jedem sein Privatleben vergönnt werden. "Ich bin so wie ich bin." Auch Frauen in der Politik sollten ihre Weiblichkeit nicht verstecken müssen.
Auch der in der Vergangenheit immer wieder ins Spiel gebrachte Austritt aus der CSU komme für sie vorerst nicht in Frage. "Meine Liebe gilt der CSU", betont sie. Auch wenn diese Liebe nicht auf Dauer einseitig sein könne. Und einer Sache ist sie sich derzeit besonders sicher: "Fotoshootings mache ich nur noch, wenn auch was Seriöses dabei raus kommt".
Angeboten wie dem vom Chefredakteur des Männermagazins "Matador", der Pauli laut "Bild-Zeitung" gerne hüllenlos in seinem Heft hätte, erteilt die CSU-Politikerin deshalb eine klare Absage: "Das kann man vergessen."
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