Erdbeben in Italien: Popstar Madonna will mit 500.000 Dollar helfen
zuletzt aktualisiert: 09.04.2009 - 08:49Pacentro/Italien (RPO). Popstar Madonna hat den Erdbeben-Opfern in Mittelitalien ihre Unterstützung versprochen. Der Bürgermeister des Bergdorfs Pacentro, Fernando Caparso, bestätigte, dass die Sängerin über ihren Manager eine Spende von 500.000 Dollar (377.900 Euro) zugesagt habe.
Aus Pacentro stammen Madonnas Großeltern väterlicherseits. Das Dorf liegt rund 100 Kilometer südlich von L'Aquila, das zu großen Teilen zerstört wurde. Madonnas Sprechern Liz Rosenberg sagte, Madonna wolle die Opfer mit einer "ansehnlichen Summe" unterstützen. Einen konkreten Betrag nannte sie nicht. Bei dem Erdbeben vom Montag kamen mindestens 272 Menschen ums Leben.
In dem malerischen Bergdorf war das Beben vom Montag zwar zu spüren, doch schwere Schäden richtete es nicht an. Allerdings jagte der Erdstoß den Bewohnern nach Angaben des Bürgermeisters einen gehörigen Schrecken ein. Einige schliefen aus Sorgen vor Nachbeben in Zelten oder Autos.
Region feiert Madonna
Der Großteil von Madonnas Spende soll laut Caparso in Regionen fließen, die von dem Beben schwerer betroffenen wurden als sein Dorf. Er ist voll des Lobes über den Superstar. "Madonna war die Einzige, die uns helfen konnte", sagte er. "Sie ist nicht nur eine tolle Sängerin, ein großer Rockstar und intelligent. Mit dieser Geste ist sie auch zu einer großen Frau geworden." Er sei tief bewegt von der angekündigten Hilfe, sagte Caparso.
Die meisten Bewohner von Pacentro zeigten sich dankbar für das Hilfsangebot, das einer Region zugutekommt, die mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat. "Das ist eine Tragödie für uns, und ich bin sehr bewegt von dem, was sie getan hat", erklärte der 33-Jährige Davide Battaglini, der für die italienische Finanzpolizei arbeitet. "Unsere Situation ist nicht die allerbeste. Fabriken haben dichtgemacht, und deshalb ist eine Geste von einem Star wie ihr sehr willkommen."
Doch nicht alle im Dorf sind gut auf Madonna zu sprechen - Spende hin, Starruhm her. "Sie ist eine Frau, die die Männer gut finden", grantelt die 90-Jährige Rosa Napoli auf dem Heimweg vom Mittwochabendgottesdienst. "Sie ist nicht die Madonna, die in der Kirche verehrt wird."
Madonna hat noch Verwandte in Pacentro, die in einem vierstöckigen Haus an der Hauptstraße wohnen. Doch gegenüber Reportern zeigen sie sich zugeknöpft. "Journalisten nerven meine Familie schon seit langer Zeit", erklärte Giuseppe M., ein Sohn von Madonnas Großcousins, beim Öffnen der Türe. "Ich will nicht reden."
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