Angeblicher Vertragsbruch: Scheich aus Bahrain verklagt Michael Jackson
zuletzt aktualisiert: 18.11.2008 - 06:18London (RPO). Sieben Millionen Dollar (5,5 Millionen Euro) soll Michael Jackson an den Sohn des Königs von Bahrain, Abdulla bin Hamad Al Chalifa, zahlen. Der Scheich habe den King of Pop wegen Vertragsbruchs in London verklagt, erklärten Vertreter des Scheichs und The Bell Pottinger Group.
Mit einer Finanzspritze von 5,5 Millionen Euro hatte der Scheich dem Star unter die Arme gegriffen, als dieser immer weiter in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wie der Anwalt von Al Khalifa, Bankim Thanki, vor Gericht sagte. Demnach wurde im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung vertraglich die Aufnahme einer CD und eine Autobiografie vereinbart. Zudem habe sich Jackson bereit erklärt, eine Musical-Rolle zu übernehmen.
Der zweite Sohn des Königs von Bahrein begann nach Angaben seines Anwalts den früheren King of Pop im Jahr 2005, finanziell zu unterstützen. Zunächst hätten Assistenten von Jackson den Scheich um 35.000 Dollar für die Stromrechnung der Neverland-Ranch gebeten, später habe Al Khalifa dann auch weit höhere Zahlungen für den einstigen Star getätigt und die Kosten für den langwierigen Prozess wegen Kindesmissbrauchs übernommen.
Der Scheich habe mit seiner finanziellen Hilfe, der Musik-Karriere von Jackson wieder auf die Sprünge helfen wollen. Jackson habe bisher aber lediglich einen von Scheich Abdulla geschriebenen Song aufgenommen.
Jackson bestritt die Anschuldigungen. Es handele sich um eine "Falschdarstellung". Der exzentrische Musiker gab bisher an, dass er mit dem Prinzen lediglich einen Vertrag unterzeichnet habe, der seines Wissens die Beteiligung an einer Plattenfirma des Scheichs beinhaltete und nun zu einer "Falschdarstellung" genutzt werde. Er warf Al Khalifa zudem vor, ihn nach dem Ende des Missbrauchsprozesses im Jahr 2005 "unangemessen beeinflusst" zu haben - in einer Situation, als er emotional völlig ausgelaugt gewesen sei. Seiner Darstellung zufolge handelte es sich bei dem Geld um ein Geschenk.
Für den Prozess sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Während weder der Scheich noch Jackson am Montag vor Gericht erschienen, gilt es als wahrscheinlich, dass Jackson im Laufe des Verfahrens zu einer Aussage per Video-Schaltung aus Los Angeles aufgefordert wird.
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