Alle sechs Kandidaten sind weiter: "Schiebung" - DSDS-Voting-Chaos verärgert Fans
zuletzt aktualisiert: 03.04.2011 - 10:22Düsseldorf (RPO). Die fünfte Mottoshow bei „Deutschland sucht den Superstar“ sorgt für massive Verstimmung unter den Fans der Castingshow. Die Abstimmung per Telefon wurde unterbrochen, weil der Sender Nummern vertauscht hatte. Alle sechs Kandidaten sind weiter, die Show wird um eine Ausgabe verlängert.
Nach Angaben des Senders handelte es sich bei der falschen Einblendung, die die Nummern den Kandidaten zuordnete, um eine technische Panne. Bei den Endziffern der Kandidaten habe es einen Zahlendreher gegeben. Gegen Ende der Show wurden angeblich die Telefonnummern der Kandidaten Marco Angelini und Zazou Mall vertauscht. Am späten Abend wurde daraufhin die Abstimmung abgebrochen - zum ersten Mal in der Geschichte der Castingshow. Das Finale finde statt am 30. April nun am 7. Mai statt, sagte Juror Dieter Bohlen am Samstagabend.
Betroffen waren von der Panne die Kandidaten Marco Angelini und die Schweizerin Zazou Mall. Weil die schöne Zazou stimmlich seit Wochen arg kippelt und mehrfach um ihr Weiterkommen bangen musste, hätte vor allem Angelini unter einer Verwechslung der Nummern zu leiden gehabt. Der Österreicher reagierte denn auch sichtbar verstimmt.
Bei dem Zahlendreher hatte es sich laut RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer um einen technischen Fehler gehandelt. Die Einblendung einer Gewinnspieltafel kurz vor Ende der Show mit den Endziffern der Kandidaten habe noch aus den Proben gestammt, sagte sie am Sonntag. Moderator Marco Schreyl habe die falschen Ziffern noch einmal wiederholt. Daraufhin sei das Voting abgebrochen worden.
Dieter Bohlen sagte: "Wir können nicht verantworten, dass das Gefühl aufkommt, dass da etwas nicht richtig gelaufen ist." Nach Absprache mit dem Notar entschied sich der Sender dazu, alle Kandidaten erneut antreten zu lassen. Die Staffel wird um eine Ausgabe verlängert. Alle Anrufe, die bis zum Auftreten des Zahlendrehers eingegangen sind, sollen bei der Auswertung nach der sechsten Mottoshow mitgezählt werden. Später eingegangene Anrufe verfallen.
Das ist nicht ohne Brisanz. Denn sie Anrufe sind kostenpflichtig, RTL verdient daran Geld. Ob nun die Anrufer Geld zurückerstattet bekommen sollen oder nicht, ließ der Sender offen. Zudem bleibt fraglich, ob das technisch überhaupt möglich ist. Angeblich soll erst einmal der exakte Zeitpunkt ermittelt werden, an dem die falsche Tafel eingeblendet wurde.
Im DSDS-Forum sind etliche Fans jedenfalls stinksauer. Mancher wittert dahinter System. Von Schiebung ist die Rede. "So langsam habe ich auch die Schnauze voll von dieser Verarschung", schreibt ein Nutzer. "In jeder Staffel gibt es schon sowas, .....fällt langsam auf", ein anderer.
Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass es bei RTL zu einer folgenreichen Panne gekommen ist. Noch vor wenigen Monaten erhitzte das Dschungelcamp mit einem ähnlichen „Skandal“ die Gemüter. Damals blieben ebenfalls alle Kandidaten im Rennen, obwohl der Sender ein Telefon-Voting veranstaltet hatte. Laut RTL hatte das persönliche Gründe, weil Dschungel-Zicke Sarah Knappik das Camp freiwillig verlassen wollte. Die Bild-Zeitung titelte damals „RTL verarscht seine Zuschauer.“
Dass in der fünften Mottoshow auch gesungen wurde, geriet ob solcher Ereignisse zur Nebensache. Am aufregendsten war der Abend vermutlich für den armen Pietro Lombardi. Ein Text-Aussetzer haute den Jung-Künstler völlig aus der Bahn. Nach dem Fehler ließ er noch während des Singens den Kopf hängen und schob Frust. Pietro entwickelt sich damit vollends zur traurigen Figur. Durch eine Verletzung war er ohnehin schon gehandicapt.
Die "DSDS"-Mottoshow "England gegen Deutschland" verfolgten nach Senderangaben 5,84 Millionen Zuschauer ab drei Jahren (Marktanteil: 20 Prozent). In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schaltete fast jeder Dritte ein (31,3 Prozent, 3,42 Millionen).
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