Vom Bademeister zum Weltstar: Sean Connery veröffentlicht Memoiren
VON CHRISTIAN WOLF - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008 - 17:41Düsseldorf (RPO). Es gibt Promis, die schreiben bereits mit 30 Jahren ihre Memoiren. Sean Connery hat sich hingegen Zeit gelassen. Der ehemalige Bond-Darsteller lässt nun mit 78 Jahren sein Leben Revue passieren.
Für die meisten Filmfans ist und bleibt er der einzig wahre James Bond: Sean Connery hat wie kein anderer Bond-Darsteller die Rolle des englischen Geheimagenten geprägt. Insgesamt sechs Mal mimte Connery zwischen 1962 und 1971 James Bond, wodurch er international in die erste Liga der Schauspieler-Riege aufstieg. Doch der 78-Jährige hat in seinem bisherigen Leben noch viel mehr erlebt. All dies schrieb er in seinen Memoiren nieder, die nun auf den Markt kommen.
„Being a Scot“ („Schotte sein“) heißt das Werk und erscheint im Frühjahr 2009 in der deutschen Übersetzung. Auf insgesamt 300 Seiten zieht Connery darin einen Bogen von seiner Kindheit in ärmlichen Verhältnissen bis zu seinem heutigen Status als Weltstar. Besonderes Augenmerk erhält seine schottische Heimat, zu der Connery eine innige Beziehung pflegt. Eher spärlich vertreten ist hingegen die Zeit als Bond-Darsteller, mit der Connery wohl bereits innerlich abgeschlossen hat.
Milchmann und Bademeister
Bevor der gebürtige Schotte zur Schauspielerei kam, schlug sich Connery mit verschiedenen Gelegenheitsjobs durch. So arbeitete er nach der Schule, die er frühzeitig verließ, als Milchmann und später als Bademeister. Was viele Fans nicht wissen, Connery war Anfang der 1950er Jahre als erfolgreicher Bodybuilder unterwegs und wurde sogar schottischer Meister sowie Dritter beim Mr. Universum-Wettbewerb.
Dank seines trainierten Körpers öffneten sich die Tore zur Filmindustrie, wo Connery zunächst kleinere Rollen erhielt. Der Durchbruch gelang 1962. Für eine Filmreihe über den englischen Geheimagenten James Bond wurde ein Hauptdarsteller gesucht und in Person von Sean Connery gefunden. „James Bond jagt Dr. No“ wurde ein Erfolg an den weltweiten Kinokassen und mit "Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), „Goldfinger“ (1964), „Feuerball“ (1965) und „Man lebt nur zweimal“ (1967) folgten die nächsten Filme.
Erotischster Mann des Jahrhunderts
Obwohl Connery danach eigentlich keinen Bond-Film mehr drehen wollte, ließ er sich mit einem Millionen-Angebot 1971 noch einmal überreden und stand für „Diamantenfieber“ vor der Kamera, ehe Roger Moore der neue Bond wurde. Aber auch ohne Agenten-Rolle erkämpfte sich Connery einen Platz im Schauspielgeschäft. In der Agatha-Christie Verfilmung „Mord im Orientexpress“ war Connery ebenfalls dabei wie in den Klassenschlagern "Highlander", "Der Name der Rose" und Indiana Jones". Unter den weiblichen Fans mauserte sich Connery zu einem umjubelten Frauenschwarm, weshalb er 1999 vom britischen Magazin People sogar zum erotischsten Mann des Jahrhunderts gewählt wurde. Privat mag es Connery lieber beschaulich: Seit 1975 ist er in zweiter Ehe mit der Künstlerin Micheline Roquebrune verheiratet.
Abseits der großen Rollen etablierte sich der Schotte immer mehr als Charakterdarsteller und erhielt 1987 für seine Nebenrolle in „Die Unbestechlichen“ einen Oscar. Mittlerweile ist es um Connery ruhiger geworden, seitdem er 2006 bekannt gegeben hat, „ich gehe in Rente.“ Sein Hauptaugenmerk liegt nun auf der politischen Entwicklung seiner Heimat. Als Mitglied der schottischen Nationalpartei kämpft Connery für die Unabhängigkeit des Landes und empfand die Eröffnung des schottischen Parlaments 1999 „wichtiger als der Gewinn eines Oscars.“ Queen Elisabeth II. schlug ihn 2000 für seine Verdienste um Schottland sogar zum Ritter, weshalb er seitdem den Titel Sir Sean Connery trägt.
Für Star-Regisseur Steven Spielberg ist und bleibt Connery trotzdem ein ganz Großer des Filmgeschäfts: „Es gibt nur sieben wichtige Filmstars auf der Welt, Sean ist einer von ihnen.“
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