Rückblick: Siamesischer Zwillinge: Spektakuläre OPs der letzten Jahre
zuletzt aktualisiert: 16.09.2004 - 15:34Frankfurt/Main (rpo). Von Beginn an galt die Trennung der siamesischen Zwillinge Lea und Tabea als hochriskante Operation. Eines der beiden Mädchen aus Lemgo überlebte den Eingriff in Baltimore nicht. In den vergangenen Jahren gab es einige vergleichbare Operationen. Nachfolgend ein Rückblick:
Zusammengewachsene eineiige Geschwister werden nach einem 1811 in Siam geborenen Brüderpaar als siamesische Zwillinge bezeichnet. In etwa zwei von hundert Fällen sind siamesische Zwillinge am Kopf zusammengewachsen.
Erst Anfang August hatten Ärzte in New York ein zweijähriges philippinisches Zwillingspaar getrennt, das am Kopf zusammengewachsen war. Die Operation der philippinischen Brüder Carl und Clarence Aguirre im August dauerte 17 Stunden. Nach Angaben der Ärzte erholen sich die Jungen rascher als erwartet.
Im April 2001 operierten Ärzte in Singapur die elf Monate alten Mädchen Ganga und Jamuna Shrestha aus Nepal. Die 96 Stunden dauernde Operation war erfolgreich.
Einen Monat später, im Mai 2001, wurden in Brisbane in Australien die wenige Wochen alten Zwillinge Bethany und Alyssa Nolan notoperiert, nachdem eines der Mädchen einen Herzstillstand hatte. Bethany starb bei der 20-stündigen Operation.
Im August 2002 wurden die an den Hinterköpfen zusammengewachsenen einjährigen Mädchen Maria de Jesus und Marina Teresa Quiej Alvarez aus Guatemala in Los Angeles operiert. Die Ärzte brauchten 20 Stunden für die erfolgreiche Trennung.
Unterdessen liefen in Dallas die Vorbereitungen zur Operation der Zwillingsbrüder Ahmed und Mohammed Ibrahim, die am 2. Juni 2001 in Ägypten zur Welt gekommen waren. Erst im Oktober 2003 war es soweit: Die zweijährigen Jungen überlebten die 34-stündige Marathonoperation. Die Ärzte rechneten aber damit, dass Hirnschäden bleiben.
Kurz zuvor wurden im Oktober 2003 in Rom vier Monate alte Zwillingsmädchen aus Griechenland erfolgreich getrennt. Sie waren im Schläfenbereich aneinandergewachsen. Die Operation dauerte nur 13 Stunden.
Der erste Versuch, ein erwachsenes Craniopagus-Paar zu trennen, endete tödlich. Die iranischen Schwestern Laleh und Ladan Bijani hatten die Operation als ihren sehnlichsten Wunsch bezeichnet. Der Eingriff war unter Neurochirurgen umstritten. Im Juli 2003 fand die 50-stündige Operation in Singapur statt. Kurz vor der endgültigen Trennung der 29-jährigen Frauen starben beide Schwestern in Folge des Blutverlustes.
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