"Le Parisien": Staatsanwalt stiehlt Kollegen Kreditkarte fürs Freudenhaus
zuletzt aktualisiert: 20.12.2004 - 11:10Paris (rpo). Ein herrliches Beispiel zum Thema Doppelmoral hat sich jetzt bei einem Juristenkongress zugetragen. Nach seinem Vortrag über grundlegende ethische Prinzipien hat ein französischer Staatsanwalt seinem deutschen Kollegen die Kreditkarte gestohlen und sich damit mehrfach im Freudenhaus vergnügt.
Wie die Tageszeitung "Le Parisien" weiter berichtete, schlug Staatsanwalt Pierre Hontang bei einem Juristenkongress im niedersächsischen Celle zu. Erst entwendete er die Kreditkarte, dann nahm er während der Konferenz im vergangenen Mai mehrfach die Dienste von Prostituierten in Anspruch. Die Tarife hätten "je nach Dienstleistung" zwischen 100 und 300 Euro gelegen.
Vor seinen Kollegen aus ganz Europa hatte Hontang zuvor einen Vortrag über die "grundlegenden ethischen Prinzipien der Staatsanwaltschaft" gehalten.
"Das war für uns ziemlich furchtbar", sagte einer der Teilnehmer der Konferenz. "Wir konnten eine derartige Geschichte nicht auf sich beruhen lassen." Die Informationen wurden an die französischen Behörden weitergereicht.
Das Pariser Justizministerium beantragte dem Bericht zufolge am Sonntag beim Obersten Rat der Magistratur (CSM), Hontang mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden.
Er hatte schon des öfteren über ethische Fragen referiert und dabei zum Beispiel gesagt, Staatsanwälte müssten sich nicht nur während der Ausübung ihres Berufes, sondern auch im Privatleben äußerst korrekt verhalten.
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