Platzmangel auf Friedhof: Sterbeverbot für brasilianische Bürger
zuletzt aktualisiert: 14.12.2005 - 09:54Biritiba Mirim/Brasilien (rpo). Ein brasilianischer Bürgermeister hat in seiner Stadt ein Sterbeverbot verhangen. Grund dafür ist der Platzmangel auf dem örtlichen Friedhof. Roberto Pereira da Silva, Stadtoberhaupt von Biritiba Mitim in der Nähe von Sao Paolo, legte dem Stadtparlament einen entsprechenden Vorschlag auf den Tisch. Die 28.000 Bewohner der Stadt sind dazu aufgerufen, besser auf ihre Gesundheit zu achten um ihr Leben zu verlängern. Ein Verstoß gegen dieses Gesetz zöge Konsequenzen nach sich, ein Strafmaß wurde allergings nicht genannt.
Hintergrund des ungewöhnlichen Vorschlags ist die Tatsache, dass Umweltgesetze Gemeinden in Trinkwassergebieten wie Biritiba Mirim den Neu- und Ausbau von Friedhöfen untersagen - ebenso wie das Einäschern von Toten. "Natürlich ist der Gesetzesvorschlag lächerlich", sagte ein Mitarbeiter des Bürgermeisters. Aber es sei der beste Weg, um Aufmerksamkeit für die Probleme der Stadt zu erreichen und die Regierung zum Einlenken zu bringen.
Auf dem 1910 errichteten Friedhof der Stadt sind bislang 50.000 Menschen in 3.500 Krypten und Gräbern beigesetzt worden. Die Kapazität sei voll ausgeschöpft, hieß es von der Stadt. Man habe bereits Menschen unter den Gehwegen begraben müssen.
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