Reine Promi-Ehen sind out: Superstar sucht Normalo
VON FRANK HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 30.05.2007 - 22:54New York (RP). Amerikas Superstars haben immer weniger Lust, sich mit ihresgleichen zusammenzutun. Zwei Prominente verträgt offenbar keine Beziehung. Und so halten Profi-Kuppler immer häufiger nach attraktiven Normalbürgern Ausschau.
„Es sieht aus, als könnten wir Jessica Simpson und John Mayer offiziell für ausgesöhnt erklären.“ Oder: „Gut informierte Quellen, die Jennifer Aniston nahe stehen, versichern, dass sie ihren Ex-Freund Vince Vaughn einfach nicht vergessen kann.“ Zwei Meldungen aus den Klatschspalten der New Yorker „Daily News“, die das bunte Blatt sogleich mit hart recherchierten Details unterfüttert. Mayer, der Popsänger, wurde zwei Uhr nachts im SoHo Grand Hotel zu Manhattan von einem wachsamen Reporter erspäht. Auf leisen Sohlen schlüpfte er in die Suite Simpsons, seiner flachsblonden Kollegin. Freilich nicht leise genug, um die hellwachen Journalisten auszutricksen. Aniston und Vaughn wiederum wurden von einem ausdauernden Paparazzi beim nächtlichen Schmusen auf Barhockern gesichtet. Und so weiter und so weiter.
Ob Jessica Simpson oder Jennifer Aniston, Reese Witherspoon oder Paris Hilton: Man verlobt sich, bereut, sucht einen Neuen, landet wieder beim Ex. Eine Endlosschleife. Und nun betritt Samantha Daniels die Bühne des Boulevards und erklärt, dass dies alles kein Wunder sei. Stars und Sternchen, die Pärchen bilden, das gehe auf Dauer nicht gut. „Sofern sie Schauspieler sind, wollen meine Klienten lieber jemanden treffen, der kein Schauspieler ist“, sagt die zierliche Frau mit dem pechschwarzen Haar.
Daniels weiß, wovon sie spricht. Sie ist Amerikas führender Celebrity Matchmaker, was schlicht bedeutet, dass sie potenzielle Partner zusammenführt. Nur sind die potenziellen Partner in diesem Falle Celebrities, berühmte Persönlichkeiten. Zumindest einer von beiden, immer öfter nur einer von beiden. Berühmte Menschen seien nicht mehr scharf darauf, ihresgleichen kennen zu lernen, meint Daniels. „Der Trend geht weg von der Romanze Superstar/Superstar.“
Matt Damon etwa, der gefeierte Mime. Als er sah, wie sein Freund Ben Affleck durch seine erst bejubelte, dann zerbrechende Beziehung mit Jennifer Lopez Futter für endlose Tränenstorys lieferte, beschloss er, nie wieder mit einer Hollywood-Diva anzubändeln. Heute ist Damon mit Luciana Barroso verheiratet, einer Bardame aus Argentinien. Nicolas Cage, der mit der Aktrice Patricia Arquette den Bund - nun ja - fürs Leben geschlossen hatte, tauschte jetzt mit Kellnerin Alice Kim die Ringe. Kino-Supermann Chris O‘Donnell, als Single ein Lieblingsobjekt des Klatschs, hat seine Ruhe, seitdem er mit Lehrerin Caroline Fentress verheiratet ist.
Die Filmproduzentin Tamara Rawitt weiß, warum eine Liaison zweier Promis so oft zerbricht. „Zwei Alpha-Tiere, das funktioniert in keinem Lebensbereich. Und diese Stars haben noch dazu alle den Ego-Virus.” Barbie Adler, Heiratsvermittlerin aus Chicago, bringt gern die Geschichte der Schauspielerin, die einen normalen Freund wünschte - klug, bescheiden, unbekannt. Sobald dieser Freund selber ein Restaurant aussuchte, mischte sie sich ein. Sie ließ ihren Manager anrufen, der dem Freund beibrachte, dass X, Y, Z ein viel netteres Lokal sei. „Sie wollte einen Mann, der die Kontrolle übernahm. Doch wenn er es tat, hat sie nicht losgelassen“, sagt Adler. Bei Romantikdinners wurde das Paar von Fans belagert. Nicht lange, und er hatte es satt.
Samantha Daniels erzählt von Stars, die sich nicht trauen, weil sie Angst vor dem Medienecho haben. „Ich war auf dieser Party. Ich sah diese Frau, die mir gefiel. Ich wollte hallo sagen, aber ich wagte es nicht, denn irgendwer hätte darüber geschrieben.“ Daniels kann es nur recht sein, immer öfter nutzen frustrierte Halbgötter ihre Dienste. Sie weiß, wie man ein Kerzenscheindinner arrangiert, ohne dass Neugierige glotzen. Zehntausend Namen und Gesichter hat sie in ihrer Kartei. Der Service ist nicht billig: ab 25000 Dollar aufwärts.
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