"Britain's Got Talent"-Star: Susan Boyle in Klinik eingeliefert
zuletzt aktualisiert: 01.06.2009 - 12:47London (RPO). Das beliebte schottische Stimmwunder Susan Boyle erlitt am Sonntag einen Zusammenbruch. Nach ihrer Niederlage im Finale der Fernsehshow "Britain's Got Talent" am Sonntag wurde sie wegen Erschöpfung in eine Londoner Klinik eingeliefert.
Nach ihrer unerwarteten Talentshow-Niederlage gegen eine Tanzgruppe ist die stimmgewaltige Hausfrau Susan Boyle in ein Krankenhaus gebracht worden. Einer der Juroren der Show "Britain's Got Talent", Piers Morgan, sagte am Montag laut BBC, die 48-Jährige sei nach dem Druck der vergangenen Tage erschöpft gewesen. In anderen britischen Berichten hieß es, Boyle habe hinter Bühne "Ich hasse diese Show" geschrien und ein Glas Wasser nach einem Helfer geworfen, der sie habe beruhigen wollen.
Morgan sagte aber laut BBC im Fernsehsender GMTC, Boyle gehe es im Grunde gut. Der Druck nach dem Halbfinale vor einer Woche sei für die Schottin aber riesengroß geworden: "Das war verrückt, sie ist aus der Anonymität heraus die am meisten downgeloadete Frau der Geschichte geworden." Boyle habe nicht mehr schlafen können und sei deshalb sehr müde gewesen. Ihre Produktionsfirma teilte mit, Boyle habe auf ärztlichen Rat eine Auszeit genommen.
Boyles früherer Gesangslehrer Fred O'Neil sprach in der BBC allerdings von einer Tragödie: "Es ist so tragisch: Eine Frau, die es einfach nur liebt zu singen, ist in dieses Spiel um Ruhm verstrickt worden. Ich hoffe, dass welcher Ruhm ihr auch immer nach dem bleibt, sie irgendwie glücklich macht. Jetzt ist sie das offensichtlich nicht."
Bei "Britain's Got Talent" sicherte sich am Samstagabend die Tanzgruppe Diversity den ersten Platz, elf Freunde aus Essex, die mit perfekter Choreographie überzeugten. Dennoch galt Boyles Auftritt als Start einer großen Karriere.
Knapp vier Millionen Zuschauer stimmten ab
Sie wolle ein Album herausbringen, sagte die zurückhaltende 48-Jährige im Sender ITV. Die arbeitslose Schottin war als Publikumsliebling und klare Favoritin ins Finale gegangen und setzte auch in der Endrunde am Samstag auf das Lied, mit dem sie schon zu Beginn des Wettbewerbs die Herzen der Zuschauer erobert hatte und im Internet zu einer Sensation avanciert war: "I Dreamed a Dream" aus dem Musical "Les Miserables".
Knapp vier Millionen Zuschauer stimmten laut ITV über die Sieger ab. Diversity lag mit 24,9 Prozent fast fünf Prozent vor Boyle. Sie zeigte sich als faire Verliererin, gratulierte und erklärte, die Besten hätten gewonnen. Insgesamt zehn Finalisten kämpften bei der Fernsehshow vor einem Millionenpublikum um den Sieg. Auf die Gewinner warten nun 100.000 Pfund (rund 114.000 Euro) und ein Auftritt vor Königin Elizabeth II.
Von ihrer Nervosität der vergangenen Tage war bei Boyles Auftritt am Samstag nichts mehr zu spüren. Die 48-Jährige wirkte in einem glamourösen, bodenlangen Kleid motivierter und lebhafter als bei ihren bisherigen Auftritten. Die Mühen hätten sich "wirklich gelohnt", erklärte sie auf der Bühne.
Noch Ende der Woche hatte es ausgesehen, als ob Rummel und Ruhm der bescheidenen Schottin allmählich etwas zu viel zu würden. Sie geriet aus der Fassung, als sie von zwei Journalisten bedrängt wurde, und nach Angaben eines Jurymitglieds hatte sie sogar daran gedacht, aus der Show auszusteigen. Der schottische Regierungschef Alex Salmond rügte am Sonntag die Medien: Es gebe Elemente in den Medien, die sich einen Spaß daraus machten, Leute aufzubauen und wieder nach unten zu ziehen, sagte er in der BBC.
Video von erstem Auftritt 220 Millionen Mal abgerufen
Boyles erster Auftritt bei "Britain's Got Talent" im April wurde im Internet über 220 Millionen Mal abgerufen und schoss auf der Liste der am häufigsten gesehenen Videos bei YouTube auf dem fünften Platz hoch. Boyle hatte damals für Aufsehen gesorgt, da sie den Schönheitsidealen der Fernsehwelt trotzte und mit störrischer Frisur und biederem Kleid auftrat. Ihre Stimme stellte jedoch die meisten Mitbewerber in den Schatten und löste bei der Jury Begeisterung aus.
Seither war ihr Gesicht nicht mehr aus der britischen - und internationalen - Boulevardpresse wegzudenken. Sogar bei US-Talkshow-Queen Oprah Winfrey war sie vor Millionenpublikum zu Gast. Das Halbfinale - da war Boyle schon gestylt, die buschigen Augenbrauen gezupft und das Haar getönt - fachte die Begeisterung noch weiter an.
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