Bleikristall findet er toll: Tony Blair ist bei Staatsgeschenken wählerisch
zuletzt aktualisiert: 25.07.2006 - 07:04London (rpo). Französischer Wein - yes, please! Bleikristall - no, thanks! Wer dem britischen Premierminister Tony Blair ein Geschenk kaufen will, sollte sich vorher genau informieren, denn der Herr ist wählerisch. Auf Anfrage des Parlaments reichte Blair am Montag eine Liste offizieller Geschenke ein, die er entweder abgewiesen oder gegen Bezahlung in seinen Privatbesitz übernommen hat.
Für eine Bleikristall-Vase, die ihm die italienische Regierung zukommen ließ, zahlte er demnach umgerechnet 220 Euro. Französischen Wein von der Regierung in Paris schlug er hingegen aus, genauso wie 13 weitere Staatsgeschenke, die offenbar nicht den Geschmack des Premiers trafen.
Britische Regierungsmitglieder müssen offizielle Geschenke im Wert von über 200 Euro aus ihrem Privatvermögen bezahlen, wenn sie sie behalten wollen. Andernfalls gehen sie in Staatsbesitz über. Dank dieser Regelung blieb es Blair erspart, in seiner Amtszeit ein größeres Teppichlager zu errichten: Der eingereichten Liste zufolge erhielt er allein im vergangenen Jahr Teppich-Geschenke der Regierungen von Afghanistan, Indien, Pakistan und Katar. Keinen davon erwarb er.
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