Keine war häufiger zu sehen: TV-Queen Christine Neubauer
VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 04.01.2010 - 17:44(RP). Keine Schauspielerin ist so präsent im deutschen Fernsehen wie die 47-Jährige. 2009 war sie 10.373 Minuten im TV zu sehen. Sie gilt als Zugpferd der ARD-Firma "degeto", die vor allem seichte Abendunterhaltung produziert.
Im Sommer will sie sich eine Pause gönnen. Vom Rest des Jahres. Immerhin. Für ein paar Wochen wird sie dann zu einer dieser Frauen, die sie so oft spielt: eine fürsorgliche Mutter und liebende Ehefrau, die zu Hause Vorhänge näht und Couch-Stoffe zurechtschneidet. Handarbeiten macht sie gern. Es entspannt sie. Vom Rest des Jahres.
Der Rest des Jahres lässt sich bei Christine Neubauer in einem Wort zusammenfassen: Dreharbeiten. Die 47-jährige Schauspielerin zählt zu den fleißigsten ihrer Zunft. 10.373 Minuten war sie im vergangenen Jahr im Fernsehen zu sehen. Damit verdrängte sie Ottfried Fischer (8282 Minuten) auf Platz zwei und Uschi Glas (7899 Minuten) auf Platz drei. Rund 200 Tage hat sie im Jahr 2009 gedreht, war wochenlang von zu Hause weg. "Ich habe die Grenze meiner Belastbarkeit erreicht", kommentierte sie ihr enormes Arbeitspensum im vergangenen Jahr.
Doch 2010 wird wohl nicht minder anstrengend. Schon jetzt plane sie neue Projekte, lese viele Drehbücher, sagt Neubauer. Es sind vor allem Degeto-Filme, in denen sie oft die Hauptrolle spielt. Bei der ARD-Produktionsfirma gilt sie als eines der Zugpferde – und ist so zum Gesicht des deutschen Fernsehabends geworden. Denn die Degeto liefert vor allem seichte Unterhaltung für Abende während der Woche und versucht dabei, den Massengeschmack möglichst gut zu treffen. Dafür wird bevorzugt auf populäre Darsteller zurückgegriffen, die beim Publikum bereits bekannt und beliebt sind – und somit als "degetabel" gelten. Wie Christine Neubauer.
Seichte Abendunterhaltung
Die Münchnerin spielt meist die Hauptrolle in Filmen, die in der Regel nach dem Strickmuster der Heimatromanheftchen verlaufen, die es für ein paar Cent am Büdchen zu kaufen gibt: Von der Liebe enttäuschte Frau trifft attraktiven Mann fürs Leben und findet neues Glück. So ähnlich läuft es auch in dem neuen Film "Wer zu lieben wagt" ab, der morgen in der ARD gezeigt wird.
Neubauer spielt die Hauptrolle: eine kämpferische Anwältin, die eine harte Scheidung hinter sich hat und nun zufällig einen gut aussehenden, verwitweten Arzt kennen lernt. Das alles spielt sich vor der exotischen Kulisse Thailands ab. Kurz vor Weihnachten fand Neubauer noch in "Für immer Afrika" die große Liebe, zwischen den Feiertagen war sie "Die Schokoladenkönigin", im neuen Jahr ist sie wieder mal "Die Landärztin". Alles Degeto-Produktionen.
Seit sich die 47-Jährige einen Stammplatz als Lieblingsdarstellerin der Degeto erobert hat, ist sie besser im Geschäft denn je. Den Sprung ins Charakterfach hat sie nie geschafft, zum gefeierten Kinostar ist sie auch nicht geworden. Aber das war auch niemals Neubauers Absicht. "Ich bin kein Hoppla-jetzt-komm-ich-Mensch", sagt sie. Die Tochter eines Münchener Buchdrucker-Ehepaares ist weniger künstlerisch veranlagt als äußerst geschäftstüchtig. Sogar die Bezeichnung "Vollweib", die ihr ihre üppige Figur eintrug, vermarktete sie professionell: Neubauer schrieb vier Ratgeber, wie man zu einem solchen "Vollweib" wird.
Bei aller Professionalität sucht sie privat die Bodenständigkeit einer stabilen Beziehung. Seit 1990 ist sie mit ihrer Jugendliebe, dem Sportjournalisten Lambert Dinzinger, verheiratet. Das Ehepaar hat einen 17-jährigen Sohn. Sommerferien macht die Familie im Häuschen in Marbella. Zurückgezogen. Glücklich. Es werden Vorhänge genäht und Zärtlichkeiten gesagt. So wie man sich das Leben der Hauptdarstellerin einer Degeto-Produktion vorstellt.
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