Robert Pattinson: Vampir als Mädchenschwarm
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 23.01.2009 - 07:46Düsseldorf (RP). Seit Robert Pattinson (22) den romantisch verliebten Vampirs in "Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" spielt, hängt sein Bild im Zimmer vieler weiblicher Teenager. Dabei findet sich der 22-Jährige selbst eher langweilig.
Im Buch ist der 17-jährige Vampir Edward Cullen so überirdisch schön, dass das Hinsehen wehtut. Auf Robert Pattinson trifft das nach eigener Einschätzung zwar nicht wirklich zu, doch spätestens seit dem bombastischen Filmstart in der vergangenen Woche ist der 22-jährige Schauspieler auch in deutschen Mädchenzimmern "das" Poster. "Ich reise in eine Stadt, gehe dort in eine Mall, werde angekreischt und reise weiter zur nächsten Stadt", staunt Pattinson in einem Interview über sein derzeitiges Leben.
Daran wird sich so schnell nichts ändern. In Deutschland sicherte sich die Bestsellerverfilmung "Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" nach der Romanvorlage von Stephenie Meyers mit knapp 740 000 Besuchern am ersten Wochenende schon jetzt einen Top-10-Platz auf der ewigen Bestenliste eines Kinostarts im Januar. Gut 75 Prozent der Kinokarten (wie wohl auch der Mädchen-Vampirromane Meyers') wurden von Frauen gekauft. Die Faszination, die Robert Pattinson in der Rolle des beißgehemmten Vampirs vor allem auf 15-jährige Mädchen ausübt, stellt Kinokritiker vor Rätsel. Statt Angstlust herrsche Tugendterror, ätzte die "tageszeitung" und attestierte dem Vampirstreifen "vegetarischen Sexverzicht" – was wohl eines der Erfolgsgeheimnisse des Kassenknüllers ist. Mit seiner Interpretation der Rolle habe er auf keinen Fall in die Ecke der kitschigen Teenie-Romanzen abdriften wollen, sagte Pattinson dem Focus: "Unsere Geschichte hat wesentlich mehr Tiefe. Alles dreht sich ständig um Leben, Tod, wahre Liebe, Integrität, Loyalität."
So schlicht die Geschichte auch sein mag (Hübsches Mädchen zieht in eine Kleinstadt, trifft den tollsten Typen der Welt, leider ist er ein Vampir), die Verfilmung wie auch schon die Buchvorlage nimmt die Gefühle von Teenagern ernst. Rob Pattinson spielt ohne jeden Anflug von Ironie, wenn er Bella (Kristen Stewart) im finsteren Tann vor seiner glänzenden Erscheinung warnt ("Es ist die Haut eines Killers"), und sie gelassen antwortet "Ich vertraue dir", worauf sie Seite an Seite verliebt im Gras liegen.
Dass er das Zeug zum Mädchenschwarm hat, wusste Robert Pattinson schon, seit er im vierten Harry-Potter-Film die Rolle des Cedric Diggory spielen durfte. Dem Hochglanz-Blatt "Gala" vertraute er an, was einer Karriere als Teenie-Star kaum abträglich sein dürfte: Nein, zwischen ihm und "Twilight"-Partnerin Kristen Stewart habe es nicht gefunkt, und zur Zeit sei er solo. Und eine so intensive Liebe wie im Film zwischen Bella und Edward habe er selbst noch nie erlebt: "Ich habe schon geliebt, aber nie so, dass ich gesagt hätte: Oh Baby, für dich will ich sterben." Die Liebe zwischen Edward und Bella finde er "sehr romantisch". Sein eigenes Leben finde er insgesamt ziemlich langweilig, und er sei sich nicht einmal sicher, ob er das mit der Schauspielerei für immer machen wolle.
Da trifft es sich gut, dass er auch singen kann und die Musik des Films zwei seiner Songs enthält. Auch der Soundtrack bricht alle Rekorde. Bevor der Film angelaufen war, setzte sich das "Twilight"-Album auf Platz eins der US-Charts. Mit 160 000 verkauften Alben in der ersten Woche stieß die CD sogar die Altrocker von AC/DC vom Thron.
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