"Die Ehe ist die DNA unserer Zivilisation": Verbot der Homo-Ehe in USA gescheitert
zuletzt aktualisiert: 01.10.2004 - 15:10Washington (rpo). Die amerikanische Verfassung erlaubt die Homo-Ehe. Auch heute und morgen noch. Die Republikaner von US-Präsident George W. Bush sind gestern Abend im Repräsentantenhaus mit ihrem Vorhaben gescheitert. Die Gegner der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft meinen jedoch: "Die Ehe ist die DNA unserer Zivilisation".
Bei der Abstimmung am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington verfehlte der Antrag der republikanischen Mehrheitsfraktion deutlich die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Im Juli war ein entsprechender Antrag bereits vom Senat abgelehnt worden.
Die Chefin der demokratischen Minderheitsfraktion im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, warf den Republikanern vor, mit ihrem Antrag die Verfassung "zu beschmutzen, indem sie Diskriminierung in ihr festschreiben wollen". Sie räumte ein, dass gleichgeschlechtliche Ehen "für manche Menschen eine schwierige Angelegenheit sind". Es sei aber "falsch, dass die Republikaner die Verfassung als politisches Werkzeug zur Förderung von Diskriminierung nutzen".
Der republikanische Fraktionschef Tom DeLay verteidigte den Antrag seiner Partei: "Die Ehe ist die DNA unserer Zivilisation, und wenn diese Zivilisation fortleben soll, muss die Ehe geschützt werden." Die Republikaner hatten den Antrag eingebracht, nachdem das oberste Gericht des Bundesstaates Massachusetts die Homo-Ehe erlaubt hatte. Der angestrebte Verfassungszusatz sollte die Ehe landesweit verbindlich als Verbindung zwischen Mann und Frau definieren. Er wollte den einzelnen Bundesstaaten aber ermöglichen, andere Rechtsinstitutionen für gleichgeschlechtliche Paare zu schaffen.
Spanien will die Homo-Ehe einführen
Als erstes südeuropäisches Land will Spanien die Homo-Ehe einführen. Die sozialistische Regierung in Madrid billigte am Freitag eine entsprechende Vorlage, die noch vom Parlament verabschiedet werden muss. Regierungssprecherin María Teresa Fernández de la Vega sprach von einem "wichtigen Tag für Millionen von betroffenen Mitbürgern". Im "Kampf gegen die Diskriminierung" habe sich Spanien nun "in die vorderste Front Europas und der Welt" eingereiht. Das neue Gesetz soll hetero- und homosexuelle Paare unter anderem bei Kindsadoptionen, im Scheidungs- und Unterhaltsrecht sowie im Erbrecht gleichstellen. Das Gesetz soll im kommenden Jahr in Kraft treten.
Die Kirche im mehrheitlich katholischen Spanien übt seit langem scharfe Kritik an dem Gesetzesvorhaben. Der Sprecher der spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martínez Camino, sagte in dieser Woche: "Dies würde der Gesellschaft einen Krankheitserreger einpflanzen, etwas Verwerfliches, das negative Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben haben wird." Umfragen zufolge befürworten zwei Drittel der Spanier die Reform.
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