Rufschädigend: Veronica Ferres will keine vulgäre Hure spielen
zuletzt aktualisiert: 25.07.2006 - 18:33München (rpo). Veronica Ferres hat ihre Hauptrolle in dem Stück "Courasche oder Gott lass nach" bei der Ruhr-Triennale abgesagt. Der Grund: Sie hält es für rufschädigend, in die Haut einer besonders vulgären, alternden Hure zu schlüpfen.
Sie sei enttäuscht von Ruhr-Triennale-Intendant Jürgen Flimm, sagte Ferres der Zeitschrift "Bunte" zufolge. Dieser habe ihr eine große Charakterrolle versprochen, "für die ich sogar eine internationale Filmproduktion sausen ließ". Ihre Berater hätten aber einhellig gemeint, "dass diese Rolle für mich als Schauspielerin absolut rufschädigend sei".
Am Sonntag war bekannt geworden, dass die 41-Jährige wegen inhaltlicher Kritik überraschend ihre Mitwirkung an dem Stück, einer Neufassung des Theaterstücks "Mutter Courage", abgesagt hatte. Ferres erklärte nun, ihr sei zwar angeboten worden, die schlimmsten Kraftausdrücke zu streichen und einen Akt zu ändern. "Aber dadurch hätte das Stück keine andere Wendung genommen."
Sie wolle aber "keinen Krieg" mit Flimm und wünsche sich, dass er ihre Absage akzeptiere: "Ich bin jederzeit bereit, über Grenzen zu gehen, aber nicht nach Vulgäria", sagte die Schauspielerin.
Flimm, der die Uraufführung von "Courasche oder Gott lass nach" nach der Absage aufs nächste Jahr verschieben musste, sagte der Zeitschrift zufolge, er wolle Ferres nicht verklagen: "Ich bin doch nicht verrückt. Jetzt lassen wir mal Gras drüber wachsen, und dann sehen wir weiter."
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