Frings, Völler, Effe und Co.: Warum Fußballer so jung heiraten
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 29.08.2009 - 10:08Düsseldorf (RPO). Torsten Frings war 17 Jahre alt, als er und seine Petra ein Paar wurden. Nun zieht der Fußballprofi aus der ehelichen Wohnung aus – zumindest vorläufig. Lothar Matthäus heiratete mit 20 Jahren – und sagte kürzlich zu seiner vierten Ehefrau „Ja“. Auch Franz Beckenbauer war mit 21 Jahren schon Ehemann – auch diese Beziehung ging schief. Viele Fußballer heiraten bereits in jungen Jahren. Zur Freude mancher Trainer. Sie sehen es gerne, wenn ihre Profis früh in festen Händen sind.
Otto Rehhagel brachte es auf den Punkt: „Ich schätze es, wenn Fußballer verheiratet sind, denn die eigene Frau ist das beste Trainingslager“, sagte der Trainer. Mit dieser Meinung soll er nicht allein dastehen. Denn dadurch sollen die jungen Profis einen festen Hafen haben und (hoffentlich) nicht auf dumme Gedanken kommen.
Bayerns Trainer Louis van Gaal hat bereits gewarnt, dass er auch das Privatleben seiner Fußballer beobachten wird - und sogar die Münchener Nobeldisco „P1“ im Blick haben will. Dort hatte Oliver Kahn einst Verena Kerth kennen gelernt. Nach der außerehelichen Beziehung folgte die Scheidung von Ehefrau Simone.
„Statistiken, ob Fußballer besonders früh heiraten, gibt es nicht“, sagt Dr. Babett Lobinger, Diplom-Psychologin und Sportwissenschaftlerin an der Sporthochschule Köln. Wohl aber eine Vergleichzahl: 2007 vermählten sich Männer in Deutschland zum ersten Mal mit durchschnittlich 32,7 Jahren. Da hat mancher Profis schon seine zweite und dritte Ehe eingegangen.
Doch nicht nur die Trainer sorgen für die geordneten Verhältnisse in jungen Jahren. „Fußballer sind auch relativ früh in der Lage, eine Familie zu ernähren. Das macht sie für viele Frauen attraktiv“, erklärt die Psychologin. Auch bei der Sporthochschule hat man von der Vorliebe mancher Trainer für verheiratete Spieler gehört.
„Für Trainer ist es wichtig, dass ihre Spieler einen geregelten Tagesablauf haben, sich gesund ernähren und nicht durch die Kneipen ziehen“, erklärt Dr. Lobinger. Das ist bei einem verheirateten Mann wahrscheinlicher. Zumal gerade Profis mit relativ viel Freizeit und entsprechendem Einkommen alle Möglichkeiten haben, einen eher lockeren Lebenswandel zu führen.
Die Vereine haben solche Verlockungen längst erkannt und halten dagegen. Einerseits mit einem klar strukturierten Programm. „Die Spieler haben inzwischen einen Tagesablauf, der einem normalen Acht-Stunden-Tag im Arbeitsleben entspricht“, sagt Dr. Babett Lobinger.
In Bezug auf die Scheidungen dürften die Profi-Kicker etwa mit Berufsgruppen wie Ärzten, Polizisten oder auch Trainern gleichauf liegen. „Dort ist die Scheidungsquote höher, weil sich die Belastungen des Berufs durch Schichtdienste und Wochenendarbeit negativ auswirken“, sagt die Sportwissenschaftlerin.
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