Geißler kritisiert IOC wegen angeblicher Doppelmoral: Werden Frauen bei der Olympiade diskriminiert?
zuletzt aktualisiert: 23.08.2004 - 06:19Köln (rpo). Werden Frauen bei Olympia diskriminiert? Das meint zumindest der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Er kritisiert eine Doppelmoral des Internationalen Kommitees, denn manche Länder seien in Athen vertreten - aber ohne weibliche Teilnehmer.
Geißler kritisiert die Diskriminierung von Frauen bei der Olympiade und wirft dem Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Doppelmoral vor. Bei den Spielen in Athen seien Länder zugelassen worden, in denen Frauen überhaupt keinen oder nur begrenzt Sport treiben dürften, darunter Dschibuti, Eritrea, Sudan, Tschad, Iran, Jemen, Katar, Kuweit, Oman, Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, sagte Geißler dem Kölner "Express" (Montagausgabe). "Sie alle sind mit ihren nationalen olympischen Komitees und Mannschaften in Athen vertreten - aber ohne Frauen", fügte Geißler hinzu.
In der Olympischen Charta heiße es aber in Kapitel 1, "alle Formen der Diskriminierung mit Bezug auf ein Land oder eine Person, sei es aus Gründen von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Motiven sind mit der olympischen Bewegung unvereinbar". Wer diese Prinzipien nicht beachte, dürfe zu den olympischen Spielen nicht zugelassen werden, sagte Geißler. Dennoch habe das IOC es bisher abgelehnt, diese Länder zu sperren. "Auch das Nationale Olympische Komitee in Deutschland hat sich bisher geweigert, eine effiziente Initiative zur Änderung dieses untragbaren Zustandes zu ergreifen."
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