Mit Tochter Lourdes auf Reisen: Wie Madonna ihr Glück in Malawi sucht
VON RAPHAEL TENTHANI, AP - zuletzt aktualisiert: 29.03.2009 - 19:00Lilongwe/London (RPO). Madonna will ein zweites Kind aus Malawi adoptieren. Am Sonntag besuchte sie mit ihrer Tochter Lourdes das arme Dorf Chinkhota. Kinder empfangen sie jubelnd, recken ihr die Hände entgegen. Der in den vergangenen Monaten so schwer von persönlichen Krisen getroffene Superstar wirkt leicht und gelöst. Nur in wenigen Momenten ist ihr anzusehen, wie sehr sie die jüngsten Ereignisse mitgenommen haben.
Madonna hat es zuletzt schwer gehabt. Vor einem halben Jahr erfolgte nach aufreibenden Jahren die Trennung von Guy Ritchie. Die Scheidung steht an, das Paar streitet sich um die Kinder. Madonna suchte Trost beim brasilianischen Model-Lover Juesus Luz. Im März zog er bei ihr ein - und wurde nach wenigen Tagen vor die Tür gesetzt. Derweil vergnügt sich ihr Ex Guy Ritchie mit neuen Frauen an seiner Seite.
Nun will die 50-Jährige erneut ein Kind aus Malawi adoptieren. Es wirkt ein wenig wie die Suche nach dem verlorenen Glück. Madonna steht nach Angaben aus malawischen Regierungskreisen kurz vor der Adoption eines etwa vier Jahren alten Mädchens. Doch auch damit erntete sie zornige Kritik. Die britische Wohltätigkeitsorganisation "Save the Children" forderte den Popstar auf, den Schritt zu überdenken.
Ankunft am Sonntag
Madonna traf am Sonntag in dem verarmten afrikanischen Land ein, wo sie zusammen mit ihrer Tochter Lourdes ein Dorf besuchte. Madonna landete auf dem Flughafen der Hauptstadt Lilongwe, wie ein Mitarbeiter der Flugsicherung bestätigte. Wenige Stunden später besuchte sie mit der zwölfjährigen Lourdes das Dorf Chinkhota. Fragen von mehreren Dutzend Reportern zu ihren Adoptionsplänen wollte die Sängerin nicht beantworten. Sie erklärte lediglich, es sei großartig, wieder in Malawi zu sein. Die Popdiva war leger gekleidet und trug einen weißen Filzhut.
Bei dem kleinen Mädchen, das Madonna adoptieren will, handelt es sich laut Angaben aus Regierungskreisen um das Kind einer unverheirateten, 18-jährigen Mutter, die einige Monate nach der Geburt gestorben sei. Der Vater sei am Leben. Madonna lernte das Mädchen den Angaben zufolge vor zwei Jahren in einem Kinderheim kennen, das von ihrer Stiftung "Raising Malawi" betrieben wird. Die Angehörigen des Kindes hätten sich zunächst gegen eine Adoption gesträubt, jetzt aber doch zugestimmt. Das Mädchen wurde nach dem Tod der Mutter zeitweise von seiner Großmutter und seinem Onkel versorgt, lebte aber zuletzt in dem Kinderheim. Am Montag werden Madonna und ein Onkel des Mädchens vor Gericht erwartet, um die Adoptionspapiere zu unterzeichnen.
Debatte über juristische Fragen
Der Sprecher von Save the Children in Großbritannien, Dominic Nutt, rief die Popsängerin am Samstag auf, sich das Vorhaben noch einmal gut zu überlegen. Zwar könne er sich nicht konkret zu Madonnas Plänen äußern. Adoptionen in einem solchen Zusammenhang seien aber häufig unangemessen und unnötig, sagte Nutt. Kinder würden in den allermeisten Fällen am besten in ihrer erweiterten Familie versorgt. Indem sie ein zweites Kind aus Afrika adoptiere, sende Madonna die falsche Botschaft aus, sagte Nutt. Madonnas Sprecherin Liz Rosenberg erklärte am Samstag in New York, die Popdiva werde sich nicht zu dem Appell Nutts äußern.
Madonna hat bereits im vergangenen Jahr ein Kind aus Malawi adoptiert, den inzwischen dreijährigen David. Anschließend kam es zu einer hitzigen Debatte, ob für den Weltstar Regeln gebrochen wurden. Das malawische Recht schreibt eigentlich vor, dass die Adoptiveltern sich mit dem Kind zunächst für 18 bis 24 Monate in Malawi aufhalten müssen. Madonna und ihr damaliger Ehemann Guy Ritchie durften David 2006 aber sofort mit nach London nehmen; rechtskräftig wurde die Adoption knapp zwei Jahre später.
Beugung des Rechts?
Kritiker äußerten die Sorge, dass erneut das malawische Recht gebrochen werden könnte. Dieses verbietet Adoptionen für Alleinstehende und Geschiedene. Die 50-jährige Sängerin ist seit ihrer Scheidung von Ritchie Ende vergangenen Jahres alleinerziehende Mutter von drei Kindern: der zwölfjährigen Lourdes, dem acht Jahre alten Rocco und dem dreijährigen David.
Ein Mitarbeiter der malawischen Justizbehörden sagte am Samstag der Fernsehnachrichtenagentur APTN, im Zentrum des Interesses müsse das Wohl des Kindes stehen. Dabei gehe es um die Frage, ob ein Verbleib in einem Waisenhaus in Malawi besser für das Kind sei oder "eine Ausbildung bei Madonna", sagte Austin Msowoya.
Madonna - auf ihrem Trip in die Welt Afrikas schien sie die Belastungen der schweren vergangenen Wochen, die ganze Häme und Kritik vergessen zu können. Unsere Bilder begleiten die Pop-Diva in Malawi.
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