Nina Hoss: "Wir Frauen können das Leben besser ertragen"
zuletzt aktualisiert: 12.10.2008 - 09:23Hamburg (RPO). Sie hat ein Faible für schwierige Rollen, doch ihr Part in "Anonyma - Eine Frau in Berlin" brachte Nina Hoss tatsächlich an den Rand der Erschöpfung. In dem Drama spielt sie eine der Frauen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von russischen Soldaten vergewaltigt wurden. "Ich war froh als die Dreharbeiten nach drei Monaten zu Ende gingen", gesteht Hoss im Interview mit der Frauenzeitschrift. "Die Rolle hat mich viel Energie gekostet."
Allerdings sei es ihr wichtig, dass über das Thema in der Öffentlichkeit nicht länger geschwiegen werde, sagte sie der Zeitschrift FÜR SIE. "Dieses Tabu sollte jetzt gebrochen werden", sagt die 33-jährige. "Auch wenn die Deutschen die Aggressoren waren, hat es keine Frau auf dieser Erde verdient, vergewaltigt zu werden." Grundsätzlich hält Hoss Frauen für das stärkere Geschlecht. "Wir Frauen können das Leben besser ertragen." Kriege dagegen seien immer Männersache. "Frauen schenken Leben. Es widerstrebt ihnen, Leben zu nehmen."
Als weibliches Vorbild habe sie ihre Mutter stark geprägt. "Sie ist eine Kämpferin, und sie hat sich immer dagegen gewehrt, wenn andere über sie bestimmen wollten", sagte die mehrfach preisgekrönte Schauspielerin, die sich keineswegs als Diva sieht. "Ich habe einfach keine Zeit tagtäglich den Star zu geben", lacht sie. "Das passt überhaupt nicht zu mir." Was Männer anginge, seien die bei ihr nie auf der sicheren Seite. "Es macht mir Spaß, dass man Männer manchmal verwirren kann", sagt Nina Hoss. "Ich bin aber kein Männerschreck, dafür bin ich viel zu harmlos."
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