Buckimham Palace dementiert: Zeitung: Prinz Andrew verschwendet Steuergelder
zuletzt aktualisiert: 24.01.2005 - 13:49London (rpo). Prinz Andrew ist von einer englischen Zeitung der Steuerverschwendung bezichtigt worden. Die "Mail on Sunday" berichtet, der Herzog von York habe zum Beispiel im Juni 2003 für ein Mittagessen in Oxford einen Hubschrauber für 3.000 Pfund (4.300 Euro) geordert. Eine Bahnfahrt in die 80 Kilometer von London entfernte Universitätsstadt hätte nur 97 Pfund gekostet.
Die Zeitung erhielt die Zahlen vom Labour-Abgeordneten Ian Davidson, der sich auf einen vom Rechnungsprüfungshof (NAO) der Regierung erstellten Bericht bezog. Ein Sprecher des britischen Königshauses sagte dagegen, der Zeitungsbericht stelle nicht das Gesamtbild dar. Es handele sich um eine "unausgewogene Version" eines Briefs des NAO an den Abgeordneten. Da es um Steuergelder gehe, fordere das Königshaus die Veröffentlichung des gesamten Briefs.
Der Zeitung zufolge gab Andrew, der zweite Sohn von Königin Elizabeth II., in einem Zeitraum von zwölf Monaten 325.000 Pfund an öffentlichem Geld für die Anmietung von Flugzeugen und Hubschraubern aus. Im vergangenen Mai habe er den Hubschrauber der Queen für 681 Pfund benutzt, während die Zugfahrt zum selben Ziel 17 Pfund gekostet hätte. Für eine 145 Kilometer weite Reise zu einem Militärstützpunkt im Juni 2004 habe er ein Flugzeug der Luftwaffe genommen; dies habe 3.600 Pfund gekostet.
Die Zeitung schrieb, der Leiter der Untersuchung, John Bourn, sei zu dem Schluss gekommen sei, dass Andrew kein Fehlverhalten vorgeworfen werden könne. Andererseits weise der Bericht auf den Kontrast zwischen Andrews Reisespesen und denen anderer Mitglieder des Königshauses hin. "Für kürzere Reisen mit Kosten bis zu 2.500 Pfund nahm der Herzog von York weder Linienflüge noch die Eisenbahn. Andere Mitglieder der königlichen Familie nutzten Linienflüge oder Bahnfahrten vergleichsweise öfter", zitierte die Zeitung aus dem Bericht.
"Kein Beispiel der Sparsamkeit"
Der Abgeordnete Davidson rief den Prinzen zu einer Beschränkung der Ausgaben auf. "Es wirkt so, als betrachte er den Staatssäckel als bodenlos", erklärte Davidson. "Ich kann mich an kein Beispiel der Sparsamkeit in dem Bericht erinnern. Einige Beispiele sind lediglich noch extravaganter als andere."
Ein NAO-Sprecher sagte, bei der an Davidson weitergegebenen Information handele es sich um eine private Korrespondenz. Sie sei nicht Teil des offiziellen Berichts, der an das Parlament gehe. Sollte der Buckingham-Palast eine Veröffentlichung der Studie von Andrews Reisespesen wünschen, müsse er dies formell beantragen. Ein weiterer NAO-Sprecher sagte, er könne die Details des Zeitungsberichts weder bestätigen noch dementieren. Der Rechnungsprüfungshof habe nicht die Absicht, Bourns Bericht zu veröffentlichen.
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