Kritik an Herstellung in Billiglohnländern: Zoff um Kanzler-Gattins Hundeprodukte
zuletzt aktualisiert: 13.12.2004 - 16:35Hamburg (rpo). Die von Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf entwickelten Hundeprodukte stoßen nicht unbedingt auf Gegenliebe. Der Zoofachhandel übt scharfe Kritik. Mit der nach dem Kanzlerhund Holly benannten Produktlinie, die nur über die Drogeriekette Rossmann verkauft wird, beleidige die Kanzlergattin den Zoofachhandel und "gefährdet deutsche Arbeitsplätze", heißt es.
Dies sagte der Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZV), Klaus Oechsner, dem Magazin "Tier Bild". Discountorientierte Drogeriemärkte machten den Fachhandel kaputt und ließen das meiste Hundezubehör in Niedriglohnländern wie China oder Thailand herstellen.
Die Drogeriekette Rossmann konnte demnach die Herkunft der Hundeprodukte der "Holly Line" auf Anfrage des Magazins nicht vollständig offen legen. "Die Artikel stammen aus Deutschland, Westeuropa und Fernost", sagte der zuständige Produktmanager. Eine genaue Spezifizierung sei nicht möglich.
Die nach der Kanzlerhündin Holly benannte "Winston Holly Linie" umfasst 44 Artikel vom Körbchen über das Shampoo bis zum Hundeknochen. Als erstes Holly-Produkt bot Rossmann einen mit Hundesnacks gefüllten Adventskalender an, auf dem ein Border-Terrier mit rot-weißer Zipfelmütze zu sehen war.
Die Produktlinie, die mit "Winston" auch den Namen der Rossmann-Hausmarke für Tierfutter trägt, schuf Schröder-Köpf nach eigenen Worten "in Zusammenarbeit mit den Kollegen bei Rossmann". Über den Verkauf der Holly-Adventskalender wurde eine Tierschutzaktion finanziert. Für jeden verkauften Kalender überwies Rossmann 50 Eurocent auf ein Sonderkonto "Tiere in Not".
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