Berlin (RPO). Sie heißt "Dr. Molly", ist übergewichtig, zynisch, unfreundlich, aber ein Ass in ihrem Fach: In der neuen Sat.1-Krankenhausserie "Dr. Molly & Karl" erwartet die Zuschauer eine unbequeme Protagonistin. Ganz wie ihr Vorbild aus den USA: Dr. House. 13 Folgen hat der Sender produziert, die ab Donnerstag (21.15 Uhr) gezeigt werden.
Neben der gewichtigen Neurologin und Neurochirurgin Susanne Molberg (Sabine Orléans) agiert die zierliche Psychologin Dr. Carlotta Edelhardt (Susanna Simon), die der renitenten Molly von ihrem Chef an die Seite gestellt wird. "Bye-Bye Psychotante, diese Klinik ist nicht groß genug für uns beide", stellt die Ärztin gleich zu Beginn klar. "Dr. House", der sarkastische Mediziner aus der gleichnamigen US-Erfolgsserie, lässt grüßen.
Vor allem Sabine Orléans - in ihrer ersten Serienhauptrolle - als konsequent biestige Molly ("Ich bin allergisch gegen Schleim"), die allerdings ein erstaunlich funktionierendes Privatleben und natürlich tief im Inneren auch ein Herz hat, bringt in der Serie Spaß. Recht charmant ist dabei auch ihr "Duell" mit der hübschen und verständnisvollen Psychologin "Karl". Die beiden seien ein "außerordentlich wortgewandtes und witziges weibliches 'Odd Couple', das es so im deutschen Fernsehen nicht gibt", zeigt sich Sendersprecherin Kristina Faßler überzeugt. In weiteren Rollen sind Michael Rotschopf und Daniel Krauss als Ärzte, Collien Fernandes und Paula Birnbaum als Krankenschwestern, Roman Knizka als Klinik-Priester und Dominik Bender als Klinikchef zu sehen.
Es handele sich zwar um eine "Medical-Serie", aber es seien auch viele Elemente aus Romantik, Ernst, Komik und Dramatik enthalten, sagt Orléans über die Serie aus der Feder von Drehbuchautor Martin Rauhaus ("Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei"). So müssen die Experten in der Frankfurter Klinik in der ersten Folge eine äußerst heikle Operation vornehmen, als sie einen Hirntumor bei einem zehnjährigen Jungen entfernen, was Molly der verzweifelten Mutter denn auch auf ihre wenig einfühlsame Art beibringt.
Molly sei eine Hirnchirurgin, diese Menschen seien auch im wahren Leben außergewöhnliche Persönlichkeiten, und herausragende Frauen gebe es in diesem Bereich sehr selten, sagt Faßler. "Insofern wäre es fast absurd, wenn Molly das nette Mädchen von nebenan geben würde." Zuschauer seien heute mehr denn je bereit, sich auf Charaktere mit Ecken und Kanten einzulassen, findet sie. Molly habe diese - wie viele andere Serienhelden übrigens - auch.
Dass man mit einer etwas anderen Krankenhausserie Erfolg haben kann, hat RTL jüngst mit "Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin" gezeigt. Der Sender kündigte bereits zwei weitere Staffeln an. Kürzlich wurde das Format beim Deutschen Fernsehpreis als beste Serie ausgezeichnet.
Auch Sat.1, das mit seiner neuen Telenovela "Anna und die Liebe" bislang keine berauschenden Quoten erzielte, erhofft sich nun eine positive Zuschauerresonanz. Dies gilt auch für die zweite neue Serie, die der Sender donnerstags um 20.15 Uhr ausstrahlt. In "Plötzlich Papa - Einspruch abgelehnt!" spielt René Steinke ("Alarm für Cobra 11") einen Staranwalt und Womanizer, der sein Leben völlig umstellen muss, als er überraschend Vater wird und sich um ein kleines Baby kümmern muss. "Wir wissen, dass es die deutsche Serie nicht ganz einfach hat", sagt Faßler. "Trotzdem glauben wir daran, dass wir mittelfristig mit beiden neuen Serien über dem Senderschnitt liegen können."
Weitere Fotos zu diesem Thema
Quelle: afp