Hamburg (rpo). Der Bezahlsender Premiere will im Poker um die Fußball-TV-Rechte den Vereinen der Bundesliga mit zwei Studien zeigen, dass sie kaum TV-Reichweite verlieren würden, wenn die bisherige Zusammenfassung der "Sportschau" wegfiele.
Premiere will mit zwei Studien den Klubs und Sponsoren klar machen, dass sie kaum TV-Reichweite verlieren, wenn die "Sportschau"-Zusammenfassung entfällt. Foto: ddp
Wenn die Bundesliga verstärkt in das Pay-TV abwandern und damit weniger Zuschauer erreichen würde als in der ARD, fürchten die Klubs Einbußen bei den Sponsorengeldern. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf die Analysen der Marktforscher IFM und Sport + Markt am Donnerstag berichtete, seien beide Studien am Mittwoch an die Bundesligavereine verschickt worden.
Voraussetzung für eine weitgehende Beibehaltung der Reichweite ist der IFM-Studie zufolge, dass Premiere mit der Bundesliga 25 Prozent mehr Zuschauer erreicht, schreibt die Zeitung. Laut dieser Analyse würde samstags die Zusammenfassung des Bundesligaspieltags erst ab 22 Uhr im Free-TV vier Millionen Zuschauer anlocken. Sonntags ab 22 Uhr werde mit zwei Millionen Zuschauern gerechnet. Damit würden zwar rund 15 Prozent Reichweite verloren, aber Premiere gewinne die selbe Zahl durch neue Zuschauer aufgrund des knappen Free-TV-Angebots.
In der zweiten Analyse wird dem Blatt zufolge davon ausgegangen, dass bei Premiere mit zwei exklusiven Live-Spielen am Freitag- und Samstagabend die Sponsoren sogar auf die gleiche Reichweite wie bisher vertrauen könnten.
Die ARD zweifelt laut Zeitung an der IFM-Methode, nach der nicht die Masse der Zuschauer, sondern die Sehdauer zählt. Das Erste rechnet vor, dass den Vereinen "konservativ gerechnet" rund 100 Millionen Euro Sponsoringerlöse auf Dauer entgehen würden, wenn die 18-Uhr-"Sportschau" wegfiele.
Quelle: afp