Hamburg (rpo). Der "Stern" ist auf Erfolgkurs: Erstmals seit dem dritten Quartal 2001 hatte das Magazin eine höhere Gesamtauflage als "Der Spiegel". Das geht aus den Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für das erste Quartal 2003 hervor.
Der "Spiegel" verwies dazu auf seine weiterhin führende Position bei Abonnements und Einzelverkauf sowie den hohen Anteil der Sonderverkäufe bei der Konkurrenz.
Der "Stern" verkaufte nach den Zahlen, die der dpa vorliegen, pro Ausgabe durchschnittlich 1,141 Millionen Exemplare, der "Spiegel" 1,124 Millionen und "Focus" 791 000. Das waren im Vergleich zum Vorjahresquartal Zuwächse von 9,7 Prozent beim "Stern", 5,5 Prozent beim "Spiegel" und 2,9 Prozent bei "Focus".
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den Magazinen in der Entwicklung von Abonnement und Einzelverkauf, die zusammen auch als "muskuläre Auflage" bezeichnet werden. Hier kommt der "Spiegel" auf 944 000, der "Stern" auf 805 000 und "Focus" auf 540 000. Dabei verbuchte der "Spiegel" ein Abo-Plus im Vergleich zum ersten Quartal 2002 von 9,0 Prozent und beim Einzelverkauf von 5,5 Prozent, der "Stern" zählte 1,4 Prozent mehr Abonnenten und 10,7 Prozent mehr Einzelverkauf, bei "Focus" gab es ein Minus von 0,8 Prozent bei den Abos und von 15,6 Prozent am Kiosk.
"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust sieht sein Blatt damit auf einer soliden journalistischen wie auch wirtschaftlichen Basis. Er verwies am Freitag auf den im Vergleich zu "Stern" und "Focus" geringen Anteil von Sonderverkäufen sowie Bord- und Lesezirkel- Exemplaren. Die kontinuierlich auf jetzt 405 000 ("Stern" 319 000, "Focus" 335 000) gestiegene Abonnentenzahl sei ein Beleg dafür, dass "solide, seriöse Information" nach dem Ende der "Spaßgesellschaft" wieder gefragt sei. Es zahle sich aus, dass der "Spiegel" sehr intensiv an Qualität und Lesbarkeit gearbeitet habe. Dagegen sei es kurzsichtig, die Auflage mit "Tricks" in die Höhe zu treiben.
Der "Stern" sieht die Ursache seiner Auflagensteigerung "eindeutig in den im Rahmen unserer redaktionellen Qualitätsoffensive durchgeführten Maßnahmen". Dazu gehörten unter anderem die neue Heftstruktur, erfolgreiche Serien und eine verbesserte Aktualität, erklärte eine Sprecherin am Freitag.