Köln (RPO). Heute Stern, morgen schnuppe? Thomas Godoj jubelt über seinen Sieg bei "Deutschland sucht den Superstar" - doch er wäre nicht der erste DSDS-Gewinner, der schnell wieder in der Versenkung verschwindet. Und Rocker, das lehrt die Erfahrung aus früheren Staffeln der Castingshow, haben es besonders schwer.
Am Samstagabend um 23.59 Uhr stand fest: Thomas Godoj ist der neue RTL-"Superstar". Schmusebarde Fady hatte keine Chance gegen den 30-Jährigen, der in der Sendung als "Rocker" gefeiert wurde. Doch wie nah ist "Superstar" Thomas dem Traum vom Superstar (dem ohne Anführungszeichen) wirklich? Einfach dürfte es nicht werden für den ehemaligen Hartz-IV-Empfänger aus Recklinghausen.
Thomas Godoj ist nicht der erste DSDS-Sieger mit Rock-Attitude. Nach Schmuse-Barde Alexander Klaws holte in Staffel zwei Elli Erl den Titel - obwohl sie nicht besonders hübsch ist, nicht zuckersüß lächelt und noch dazu lesbisch ist. Vielleicht wollten die Zuschauer nach Schnulzenkönig Klaws jemanden, der weniger angepasst war. Elli gefiel den DSDS-Zuschauern offenbar, irgendwie - doch ihre Platten kauften sie trotzdem nicht lange. Noch dazu überwarf sich Elli mit Juror Dieter Bohlen, weigerte sich, seine Lieder zu singen - so viel Unangepasstheit war dann doch zu viel; lang nichts gehört von ihr.
Und genau das ist das Problem: Ein bisschen unangepasst sein kommt gut an - doch wer seinen eigenen Kopf hat, ist in einer Castingshow wie DSDS nun einmal grundverkehrt. Ein richtiger Rocker hätte beim ersten Blick auf Dieter Bohlen, der im Pailletten-Anzug hinter dem Jury-Tisch vor sich hin glitzerte, das Studio verlassen.
Tobias Regner, der zweite "Rocker" und den DSDS-Siegern, fügte sich schon besser in den Mainstream ein. Das wurde belohnt: Seine erste Single "I still burn" hielt sich immerhin 13 Wochen lang auf Platz 1. Doch inzwischen hat Tobias Medienberichten zufolge nicht einmal mehr einen Plattenvertrag. Sein Problem ist wohl: Besonders "authentisch" (ein Lieblingswort der DSDS-Jury) wirkte er nicht - weder als Rocker noch als Popsänger.
Ein Rocker-Image ist in einer Sendung wie DSDS kaum zu halten - und offenbar versucht RTL nicht einmal mehr, Thomas so zu vermarkten. Sein Finalsong jedenfalls klang reichlich weichgespült. Ob sich dafür eine Zielgruppe finden lässt, bleibt abzuwarten.
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