Haute Couture in Paris: Ausblick auf einen romantischen Sommer
zuletzt aktualisiert: 26.01.2006 - 10:28Paris (rpo). Schluss mit russischen Trachten, die diesjährigen Kollektionen von Frankreichs Stardesigner Jean-Paul Gaultier für die Haute Couture in Paris wurden vom alten Griechenland inspiriert. Elegante Faltenwürfe, bauschige Kleider, Pluderhosen und frivole Stoffe zeichneten die Entwürfe des Modeschöpfers aus, der schon den Spitztüten-BH für Madonna entwarf.
"Es gibt überall Querverbindungen", sagte der blonde 52-Jährige nach der Show. So habe er bei seinen Reisen durch Griechenland durchaus Muster und Farben entdeckt, die ihn an seine slawischen Modelle erinnert hätten. Auffälliges Detail an vielen seiner Modelle waren diesmal Gardinenkordeln, die als Gürtel, Schnallen und Verschlüsse zum Einsatz kamen. Kostbare Stickereien mit Rubinen und Pailletten verzierten Tülljacken oder Hemden aus Seidenmusselin, mit Strass und Perlen bestickte, vergoldete Bänder zierten ein cremefarbenes Kleid. Unter einem schwarzen Hosenanzug mit Drapierungen lugte ein Spitzen-Büstenhalter hervor, der ebenfalls mit Pailletten bestickt war. Und eine Wollkreppjacke legte ein mit Steinen und Federn verziertes Bandeau-Oberteil frei. Im Publikum saßen auch die Sängerin Madonna und die französische Schauspielerin Catherine Deneuve.
Nicht minder aufwändig war die Kollektion von Givenchy, die luftig leicht und herb maskulin daherkam. Seide, Musselin, Tüll und Taft in weichfließenden Schnitten zeigte Designer Riccardo Tisci für die Traditionsmarke am Dienstagabend im Museum Bourdelle. Dass die cremefarbenen romantischen Roben Kunstwerke sind, unterstrich der Modemacher, indem er seine Models nicht auf einem Laufsteg auftreten ließ, sondern sie in den diversen Sälen des Museums postierte. Zum Klang von Geigen und Cellos entdeckten die Gäste neben feenleichten Flatterkleidern auch sehr maskuline schwarze Hosen, die aber nicht nur gestreift, sondern auch mit Rosenmuster oder Spitze versehen waren.
Die Leichtigkeit der Kleider wurde durch den stetigen Einsatz von Federn unterstrichen, vom Strauss, vom Hahn oder gar vom Geier. Sie schmückten Büstiers oder umschmeichelten die Taille und zierten sogar Hosen. Drapierungen und Musselin-Kaskaden machten den romantischen Eindruck perfekt. Etwas frecher waren die Modelle im letzten Saal der Ausstellung, wo alle Kleider knallrot waren: Manche glitzerten voller Pailleten und Strass, andere hatten aus Tüllrosen geformte Korsagen oder waren aus rotem Musselin.
Zuvor hatte Modemacher Christian Lacroix hemmungslos in Romantik geschwelgt. Blumenmuster, Volants, Rüschen und Spitze dominierten die farbenprächtige Kollektion, die der Modemacher nach dem Défilée als eine "Rückkehr zu den Wurzeln" bezeichnete. Die Marke Christian Lacroix war im vergangenen Jahr von der US-Duty-Free-Firma Falic gekauft worden, soll aber weiterhin die kostspieligen Haute-Couture-Schauen in Szene setzen. Und so schien es, als könne Lacroix mal wieder auf allen Registern spielen: Ein roter Trenchcoat mit pinkfarbenen Rosen durchwebt und von zahlreichen Volants geziert, ein kurzes Torero-Jäckchen in schwarzem, goldbesticktem Organza, ein hautenges blaues Kleid mit goldenen und silbernen Blumen versetzten das Publikum in Begeisterungsstürme.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








