Sommertrends 2006: Glamouröses Styling für alte Schnitte
zuletzt aktualisiert: 23.03.2006 - 11:36Düsseldorf (rpo). Zottelmähne adé: Schöne und gepflegte Haare werden diesen Sommer zum unverzichtbaren Accessoire. Mondäne Glamour-Köpfe und der schnittige Retro-Look geben in der kommenden Frisurensaison den modischen Ton an. Ob asymmetrischer Fransenbob oder akkurater Dandyschnitt - bei den Trendköpfen 2006 zählen aufwendiges Styling und der individuelle Look.
"Man gönnt sich optischen Luxus", so bringt Jens Dagné, Friseur aus Worms, die aktuelle Entwicklung auf den Punkt. "Raffinesse und Noblesse sind wieder gefragt", sagt Dagné, der auch Sprecher der Friseurvereinigung "Intercoiffure Deutschland" ist. Dazu passt, dass auch junge Frauen plötzlich wieder klassische Dienstleistungen wie "Waschen und Legen" in Anspruch nehmen, ergänzt Simone Frieb von der in Köln erscheinenden Fachzeitschrift "Clips". Ästhetik spiele eine ganz große Rolle. "Und deshalb macht frau sich auch wieder richtig Arbeit mit ihren Haaren."
Vorbei ist diesen Sommer also die Zeit der "Wash and Go"-Frisuren, sagt auch Friseurweltmeisterin Martina Acht aus Offenbach. "Der Kunde will wieder mehr Styling: Man verwendet Curler, arbeitet mit Rundbürsten oder setzt noch Haftwickler drauf." Klare Linien seien bei den Schnitten angesagt: Ganz zipfelige oder fransige Looks würden - gerade bei längeren Haaren - immer seltener, sagt Acht.
Vor allem der Bob in unterschiedlichen Variationen und Längen steht vor einem Comeback. Je nach Styling kann er zur wilden Mähne oder klassisch glatt gestylt werden. Von den siebziger Jahren inspiriert ist der "Neo-Afro-Look" mit krausen Locken und glatten Spitzen. "Man kann sagen, der Trend geht zur Architektur auf dem Kopf", sagt Yvonne Busch von L'Oréal in Düsseldorf. Klare Strukturen und geometrische Formen dominieren, und in der sehr modischen Variante dürfen in kantige Schnitte sogar Teildauerwellen eingesetzt werden, sagt Redakteurin Frieb.
Dauerwelle feiert ein Comeback
Überhaupt ist die Dauerwelle - pünktlich zu ihrem 100. Geburtstag - in diesem Frühjahr ein großes Thema. "Locken kommen auf jeden Fall wieder", sagt Jens Dagné voraus. Allerdings haben sich seit der letzten Dauerwellenmode in den achtziger Jahren die Produkte entscheidend verbessert. Sie sind längst nicht mehr so aggressiv zum Haar und lassen sich viel besser verarbeiten. Ein besseres Image verdiene die Dauerwelle deshalb allemal.
Auch in Sachen Farbe tut sich dieses Frühjahr einiges. Neben kühlen Brauntönen sind vor allem "Paintings" ein großes Thema. "Bei Paintings wird in die natürliche Bewegung des Haares buchstäblich hinein gemalt", erklärt Simone Frieb. Das erzeuge natürliche, verwischte Farbeffekte, die dem Schnitt Höhen und Tiefen geben können. "Das wirkt ganz anders als der Zebrastreifen-Look der herkömmlichen Strähnchen."
Paintings seien außerdem sehr kundenfreundlich, weil auch das Herauswachsenlassen kein Problem darstellt, betont Martina Acht. Da kein konkreter Ansatz zu sehen ist, wachsen die Paintings einfach mit. "Deshalb sind sie gerade für Frauen, die nicht gefärbt aussehen möchten, die perfekte Alternative", schwärmt auch Simone Frieb.
Bei den Herrenfrisuren setzen die Haarkünstler auf Trends der vergangenen Jahrzehnte: Aus den Achtzigern kommt der Retro-Popper-Look mit langem Pony und starken Längenunterschieden. Die Jugend trägt den Pony wild fransig ins Gesicht. Der reifere Mann gelt die Haare mit Tolle à la James Dean nach hinten. Ein Schnitt, der laut den Figaros auch ohne Fön-Erfahrung leicht zu frisieren sei. Orientiert haben sich die deutschen Friseure bei der aktuellen Herren-Haarmode an Trendsettern wie David Beckham und Robbie Williams.
Smarter Dandy-Look für Herren
Aber auch die Herren legen in dieser Saison wieder mehr Wert auf das Styling. Hippe Männer präsentieren sich nun gern als smarter Dandy. Mit dieser Einschätzung wirbt zumindest das Unternehmen Wella aus Darmstadt in seinem aktuellen Look "Gothic Luxury". Eine solche Frisur muss dann aber extrem akkurat und technisch sehr sauber geschnitten sein, weiß Simone Frieb. Das Deckhaar dürfte dabei ruhig wieder etwas länger werden, ergänzt Martina Acht. Weiche Konturen, sehr gentlemanlike, seien beim modischen Herren angesagt.
Jens Dagné setzt auf längere Koteletten und einen langen Fransennacken, denn "Männer werden mutiger", so Friseur. Er geht sogar so weit, den ganz Mutigen unter ihnen markante Strähnen oder ein gewagtes Grün hinein zu färben. Das ist nicht jedermanns Sache. Daher halten sich daneben selbstverständlich weiter klassische Herrenschnitte, sagt Martina Acht. "Es mag schließlich nicht jeder im Büro als Dandy auftauchen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








