"Die Augen einer kleinen Katze": Karl Lagerfeld macht blau
zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 - 22:17Paris (RPO). Die Couture hebt ab. Mit einer beeindruckenden Kollektion für Chanel in spektakulärem Ambiente katapultierte Karl Lagerfeld die "Hohe Schneiderkunst" in Paris in die Lüfte. Im Grand Palais war das Innere eines Flugzeugs errichtet worden. Und der Maestro setzt ganz auf Blau, "die Farbe der Luft, des Himmels und der Augen einer kleinen Katze
Ganz in Blau hat Chanel zum Auftakt der Haute-Couture-Modeschauen in Paris seine Frühjahrs- und Sommerkollektion präsentiert. Chefdesigner Karl Lagerfeld hat insgesamt 154 verschiedene Blau-Schattierungen eingesetzt.
"Karl der Große", wie Lagerfeld von seinen Bewunderern genannt wird, setzt im Frühjahr ganz auf Röcke in allen Längen. Lediglich eine weiße weite Hose war in seiner Kollektion zu sehen - kombiniert mit einem kurzen marineblauen Oberteil.
Modern und jung
Lagerfeld zeigte über 60 Entwürfe und griff dabei Schnittformen der 50er- und 60er-Jahre auf mit feinen Etuikleidern mit lockerem U-Boot-Kragen und schön gesetzten vertikalen Passen sowie oval geformten Bolero-Jacken, die er zu langen Mousseline-Röcken kombinierte.
Ging es bei diesen tagestauglichen Entwürfen noch relativ schlicht zu, so prunkten die auf Figur geschnittenen Cocktail- und Abendkleider mit kostbaren Stickereien, Pailletten-Mosaiken und glitzernden Kristallen. Das Ganze wirkte dennoch modern und jung, da Lagerfeld bei seiner gedeckten Blaupalette blieb und mit futuristisch wirkenden Stoffbeschichtungen und beinahe aerodynamischen Schnitten arbeitete.
Vanessa Paradis war auch da
Für seine Präsentation hatte Chanel im Pariser Grand Palais eine Art Flugzeugkabine als Kulisse gewählt: Statt über den Laufsteg stolzierten die Models über einen blauen Teppich, der an einen Flugzeuggang erinnerte.
Links und rechts davon saßen in Fünferreihen die Zuschauer, darunter Prominente wie die Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis. "Ich liebe das Flugzeug", verriet Lagerfeld. "Die Sitznachbarn hängen an ihrem Bildschirm, es gibt kein Telefon und es herrscht ein königlicher Friede."
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