Trauerfeier live im TV: Moshammers Chauffeur hat für die Stasi gearbeitet
zuletzt aktualisiert: 20.01.2005 - 13:33Hamburg (rpo). Der Boulevard lässt im Fall Moshammer nicht locker: Am Donnerstag hat die "Bild"-Zeitung aufgedeckt, dass der aus Thüringen stammende Chauffeur Andreas K. für die Stasi gearbeitet hat. Gegenüber dem Blatt und dem Fernsehsender RTL räumte der 44-Jährige seine Mitarbeit zu Zeiten der DDR ein.
"Ich war im Einsatz als Chauffeur tätig", sagte der aus Ostdeutschland stammende Andreas K. am Donnerstag RTL. Er habe wie für Kraftfahrer üblich Leute durch die Gegend gefahren und das Auto geputzt. Der 44-Jährige betonte: "Ich war kein Spion. Ich habe niemanden umgebracht, niemanden verraten, niemanden bespitzelt." Die Trauerfeier für Moshammer am (kommenden) Samstag wird auch zum TV-Spektakel.
Andreas K. dementierte allerdings die Schlagzeile der "Bild"-Zeitung, wonach er Stasi-Agent gewesen sein soll. Das Blatt berichtete, der gelernte Maler habe 15.390 (Ost-)Mark im Jahr verdient. Dessen Name stehe auf einer Liste, auf der tausende Mitarbeiter des ehemaligen DDR-Ministeriums für Staatssicherheit aufgeführt seien. Andreas K. habe in der Abteilung zur Nutzung legaler Auslandsbeziehungen der DDR für die Spionage gearbeitet; die Agenten seien ins westliche Ausland gereist, um dort Kontakte zu knüpfen.
Nach der Wende arbeitslos
Mit der Wende wurde K. dem Bericht zufolge arbeitslos, dann arbeitete er als Fahrer für einen Bauunternehmer. Nachdem dieser Pleite gegangen war, sei er nach München gezogen, wo er Moshammer kennen gelernt habe. Der 44-Jährige arbeitete elf Jahre lang für den exzentrischen Modeunternehmer, der am vergangenen Freitag erdrosselt worden war.
Über die Trauerfeier für Moshammer berichten mehrere TV-Sender live, teilweise über mehrere Stunden. Die Nachrichtensender N24 und n-tv beginnen schon am Samstagmorgen mit Sondersendungen und zeigen ab 10.00 Uhr den Trauergottesdienst in der Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz. Beiträge und Live-Einblendungen über den Trauerkonvoi und die Beerdigung auf dem Ostfriedhof schließen sich an. Sat1 liefert fast vier Stunden Live-Berichterstattung. Konkurrent RTL präsentiert ein einstündiges "Punkt 12 spezial"; live aus München berichtet die Boulevard-Moderatorin Frauke Ludowig.
Zu der pompösen Trauerzeremonie, die laut "Abendzeitung" 30.000 Euro kosten soll, werden rund 400 geladene Gäste und tausende Schaulustige erwartet. Einladungen erhielten demnach auch Alt-Bundespräsident Walter Scheel, Prinz Leopold von Bayern, Franz Beckenbauer sowie die Schlagersänger Howard Carpendale und Patrick Lindner. Bereits zugesagt hätten Roberto Blanco und seine Frau Mireille sowie Society-Lady Lo Sachs.
Die Gästeliste wurde dem Bericht zufolge anhand von Moshammers privatem Adressbuch erstellt. Federführend bei den Planungen war Chauffeur Andreas K., den der verstorbene Moshammer in seinem Testament zum Generalbevollmächtigten ernannt hatte. Beim Trauergottesdienst sind laut "AZ" auch einige Plätze für Münchner Obdachlose reserviert. Moshammer hatte zu Lebzeiten Obdachlose mit einem eigenen Hilfsverein unterstützt und soll diesem den Großteil seines Millionenvermögens vererbt haben.
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