Männermode: Smoking mit Cocktail-Tupfern
zuletzt aktualisiert: 04.07.2005 - 14:35Paris (rpo). Das französische Modehaus Hermès setzt auf Grautöne wie Schiefer, Lehm und Kiesel, Karl Lagerfeld komponiert leichte Sommer-Outfits in Mintgrün und Pink, kombiniert mit kühlem Weiß. In Paris zeigten die Herrenmodewochen Klassiker und viel frischen Wind für den Modebewussten Herren im Sommer 2006.
Auch bunte Töne wie Maisgelb, Blattgrün und Orange präsentierte Hermès in seiner Farbpalette der Männerkollektion 2006 . Und die Schnitte der am Sonntagabend in Paris präsentierten Kleidung sind natürlich und entspannt, wenn auch körpernah gehalten. Designerin Véronique Nichanian entwarf anschmiegsame Kaschmirpullover oder Polohemden aus superweichem Lammnubuk, ein Zwei-Knopf-Blazer aus Baumwolle und Hanf variierte das Natur-Thema. Die Natürlichkeit wurde auch durch die graphischen Muster nicht beeinträchtigt, vertikale Streifen oder Mini-Glencheck, Smoking-artige Satinstreifen auf den Seitennähten leichter und lockerer Wollhosen.
Am Ende des Défilées durften zwei klassische schwarze Smokings aus Wolle und Mohair nicht fehlen, für die unverbesserlichen Zivilisationsmänner, die sich nicht ausschließlich dem Natur-Look hingeben wollen. Bei den Herrenkollektionen für den kommenden Sommer standen in Paris am Montag die Marken Louis Vuitton, Francesco Smalto, Ann Demeulemeester und Kenzo auf dem Programm, den Abschluss machen am Dienstag Givenchy, Emanuel Ungaro, Thierry Mugler Homme und Dior.
Entspannte Eleganz zeigte deutsche Designer Karl Lagerfeld: Da er derzeit auf Hochtouren an seiner Haute-Couture-Kollektion für die Chanel-Schau in der kommenden Woche arbeitet, wurden die Herren-Kreationen unter seinem eigenen Label in diskreten Privatvorstellungen präsentiert. Viel kühles Weiß mit Farbtupfern in Mintgrün oder Pink dominierten die Sommergarderobe, die sich an gut betuchte, aber doch junge Männer richtet. So scheint eine gelbe Seersucker-Jacke, getragen zu einem rosa-gelb gestreiften Hemd und schmalen weißen Hosen, gerade richtig für einen Vorabendcocktail auf einer Yacht in Saint-Tropez.
Rustikal inspiriert waren dagegen die meisten Modelle des Franzosen Jean-Paul Gaultier, der sich bei bäuerlichen Stilelementen aus Osteuropa bediente: Auf weißen Hemden aus superleichtem Material - viel Leinen, aber auch hauchdünne Baumwolle - waren Alphabet-Stickereien im Kreuzstich appliziert, viele Hemden hatten gerüschte Brustpartien. Auch die maritim-militärische Seite des früheren Skandaldesigners kam zum Tragen, allerdings sehr diskret mit Stern- oder Ankermotiven auf Manschetten.
Freie Auswahl zwischen ausgeflipptem Hippie-Chic und tadellosem Dreiteiler hat der Kunde bei John Galliano, dessen Modenschau für seine eigene Marke am Freitagabend ein reines Ideenfeuerwerk war. Hemden im Jeans-Patchwork-Look defilierten neben zusammengeflickten Hosen, ein ölverschmierter Motorradfahrer trug auf bloßem Oberkörper eine Jacke aus butterweichem, knallrotem Leder. Andere Modelle erinnerten an Krishna-Mönche mit riesigen pfirsichfarbenen Pyjamahosen. Zu Dixieland-Jazz und Folk-Musik zeigte der exzentrische Brite die ganze Bandbreite seiner Einfälle, vom perfekten Smoking über bedruckte Seidentücher bis hin zu khaki-farbenen Beutelhosen mit weißem Hemd.
Sehr viel klassischer ging es bei Issey Miyake zu, wo Designer Naoki Takizawa eine Atmosphäre der 20er Jahre heraufbeschwörte. "Sportswear" bekommt in dieser Kollektion eine neue Bedeutung mit eleganten weißen Anzügen für einen Nachmittag auf der Yacht oder eine Verabredung im Tennisclub. Eine moderne Note bekommen die Stücke durch ihre Details, aufgedruckte Streifen, die an Paspeln erinnern oder mild verwaschene Stoffe.
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