Berliner Modedesigner entwirft die Kollektion zum Film: "Troja"-Torso und Jeans - der neue Trend?
zuletzt aktualisiert: 18.05.2004 - 10:52Berlin (rpo). Brad Pitt ist derzeit in einem kurzen Rock auf in dem Film "Troja" auf der Leinwand zu sehen und zierte in diesem Outfit auch schon das Cover eines Männermagazins. Der Frauenschwarm erklärte bei der Weltpremiere des Films außerdem, dass Männer bald Röcke tragen würden. Ein Berliner Designer versucht nun, "Troja" in die Modewelt zu übertragen.
Wagemutige unter den Fashion-Victims können das Gefühl des ledernen Trojaner-Minis auf der Haut jetzt auch am eigenen Leib testen. Der Berliner Modedesigner Daniel Rodan hat die Troja-Kollektion passend zum Film entworfen. "Filme haben schon immer Mode gemacht", sagt der 45-Jährige. "Ich denke da an Audrey Hepburn in 'Frühstück bei Tiffany' und an Filme wie 'Vom Winde verweht' und 'Ben Hur'.
Pro Jahr gelinge es höchstens zwei bis drei großen Filmen, auf die Mode Einfluss zu nehmen, sagt Rodan. Als Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit nennt er "Moulin Rouge", der die Korsage wieder salonfähig gemacht habe. Die "Herr der Ringe"-Trilogie habe zu einem Hype mädchenhafter Elfenmode geführt. Rodan selbst hatte zuletzt mit einer "Matrix"-Kollektion" aufgewartet.
Und nun also "Troja". Den Film hat er noch gar nicht gesehen, erzählt Rodan, "aber man muss ja nicht bei Schliemanns Ausgrabungen persönlich dabei gewesen sein, um Inspirationen für so eine Kollektion zu bekommen". Das Ergebnis seiner Entwürfe präsentiert er stolz in seiner kleinen Boutique auf dem Kurfürstendamm, wo sich schon Nena und die Bee Gees mit Lederkreationen eingekleidet haben.
24 Ziegenhäute hat er beispielsweise in einem olivgrünen Wickelkleid verarbeitet. Für den Herrn gibt es ein Gewand aus braunem Leder, darüber ist der schwarze Brustpanzer zu tragen. Dieser Torso besteht aus steif gemachtem Leder. Nach einem Gipsabdruck der Brust wird die Form auf das Leder übertragen. Bein- und Armstulpen in Kroko-Optik mit goldenen Schnallen vervollständigen die Kluft des Troja-Kriegers.
Für Damen gibt es ein goldenes Messing-Bustier und die Troja-Krone. Nicht unbedingt alltagstaugliche Teile, mit denen man sich zum Bäcker um die Ecke oder ins Büro trauen würde. "Natürlich sind die Outfits überzeichnet", erklärt Daniel Rodan. "Aber so funktioniert Mode. Überzeichnete Entwürfe tauchen in reduzierter Form im Alltag auf. Zum Beispiel lässt sich der Torso perfekt mit Jeans und Jeansjacke kombinieren. Ich könnte mir vorstellen, dass Details wie etwa eine lederne Armstulpe im Alltag Einzug halten werden." Auch griechisch anmutende drapierte Röcke sieht Rodan als möglichen Trend der Zukunft.
Rodan glaubt, dass eher Frauen den Mut zu Torso und Ziegenhäuten haben werden. "Männer sind so viel konservativer. Außerdem kriegen sie beim Troja-Outfit schnell Angst, dass ihnen Männer hinterher pfeifen. Frauen haben mehr Spaß, sich zu verkleiden." Auch Brad Pitt soll einige Wochen gebraucht haben, bis er sich an den Ledermini gewöhnt hatte.
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