cpd Februar 2006: Vieles bleibt beim Alten
VON PIA TERHEYDEN - zuletzt aktualisiert: 05.02.2006 - 21:50Mode hat etwas Magisches. Sie zieht nicht nur an, sie unterstreicht auch Persönlichkeit, kann aus einer grauen Maus eine elegante Dame machen - ohne das die sich großartig verbiegen muss. Bestes Beispiel ist Deutschlands erste Kanzlerin, Angela Merkel. Sie trägt neuerdings Designer-Hosenanzüge, sieht darin besser aus als je zuvor und erntet geschlechter-übergreifend Komplimente - ohne Hintergedanken.
Mode wechselt im Rhythmus der Jahreszeiten. Alle sechs Monate kreieren die Designer neue Trends. Doch was gestern noch aktuell ist, muss morgen nicht automatisch ein alter Hut sein. Die Diktatoren, eben jene die mit dem erhobenen Zeigefinger vorgegeben haben, was in und out ist, haben sich auch in dieser Branche überlebt. Heute wollen Frauen die Freiheit, ihre Lieblingskleider auch noch Jahre später anziehen zu können, ohne gleich den Stempel der grauen Maus verpasst zu bekommen.
Und die Designer, diese Magier der Mode, die davon leben, ihre Kunden immer wieder aufs Neue erfolgreich zu verführen, haben dazugelernt. Wenn sie auf der weltgrößten Modemesse, den Collections Premieren Düsseldorf (CPD), die neuesten Trends für Herbst/Winter 2006/07 vorstellen, fallen diese moderat aus. Wer in diesem Winter beispielsweise in ein Paar schafthohe Stiefel investiert hat, der hat aufs richtige Pferd gesetzt. Denn Stiefel bleiben auch in der nächsten Saison wichtiges Accessoire. Getragen werden sie zu allererst einmal zu Hosen in allen Variationen: der schmalen Röhrenjeans, die in den Schaft gesteckt wird, oder zu den modernen Ausgabe der guten alten Kniebund- oder Reiterhose, die manche Frau auch schon seit diesem Winter im Kleiderschrank hängen hat. Wer mutiger ist, kombiniert das rustikale Schuhwerk zu Rock und Kleid. Das alles erinnert an die Eleganz des englischen Landlebens, dem selbst die amerikanische Pop-Diva Madonna irgendwann mal erlag. Burberry-Designer Christopher Bailey brachte die neue Mode kürzlich in einem Interview so auf den Punkt: "Ich möchte nicht, dass die Frauen zu aufgemacht aussehen. Ich bevorzuge eine ,unordentliche’ englische Eleganz." Und doch bleibt Mode immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.
Insgesamt geht der Trend hin zur neuen Sachlichkeit. Verspielte Elemente, wie Straßsteinchen auf Jeans und T-Shirts, wie Strickereien auf Pullovern und Jacken, verschwinden zusehens. Was bleibt, ist der Gürtel. Er schmückt weiter die Hüften mit auffälliger Schnalle, er setzt aber auch die Taille in Szene. Mal wird er breit und lässig über dem Blümchenkleid getragen, mal eng geschnürt über dem Blazer.
Kleid wieder alltagstauglich
Apropos Kleid: Auf diesem femininen Kleidungsstück ruhen im kommenden Winter die Hoffnungen der Designer. Es bleibt nicht mehr nur dem Abend vorbehalten, es soll nun wieder alltagstauglich werden. Fast in jeder Kollektion taucht dieses Kleidungsstück auf: mal als figurbetontes Strickkleid, mal als romantisches Blümchenkleid, mal elegant mit strengen Mustern auf seidig schimmerndem Satin. Treue Begleiter sind in jedem Fall kleine Blazer und kurze Strickjäckchen, die schon in diesem Winter leicht bedeckte Frauenschultern gewärmt haben. Das klingt biederer als es aussieht. Düsseldorfs Modeexperte Albert Eickhoff sieht in der neuen Mode "eine Rückkehr zur gepflegten couturigen Konfektion mit einem Schuss Sex."
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