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Tabukrankheiten und ihre Symptome
Potenzstörungen, Vaginalpilz, Hämorrhoiden oder Depressionen - sie eint, dass Betroffene sich stigmatisiert fühlen. Krankheiten die den Darm, die Geschlechtsorgane oder die Psyche betreffen gehören per se zu den Tabukrankheiten. Den meisten fällt es schwer, sich vor dem Arzt zu öffnen und ihre Symptome zu beschreiben. In leichten Fällen lassen sich manche dieser Tabukrankheiten auch zunächst selbst behandeln. Hier lesen Sie, wann und bei welchen Krankheiten die Selbstmedikation möglich ist und wann auf keinen Fall.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.; Deutsche Gesellschaft für Urologie; Dr. Thomas Assmann, Internistischer Hausarzt, Köln; Apotheker Verband Nordrhein
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Hämorrhoiden – schmerzhaft, aber ungefährlich
Hämorrhoiden hat eigentlich jeder Mensch. Sie sind natürlich und notwendig, denn sie verschließen als Gefäßpolster den After. Das, was landläufig als Hämorrhoiden bezeichnet wird, meint krankhaft veränderte Hämorrhoiden. Sie vergrößern sich dann, weil sich wie bei Krampfadern Blut in ihnen staut. Sie sind dann zwar oft schmerzhaft und störend, aber nicht gefährlich.
Weil sie unser Ausscheidungsorgan betreffen, werden sie als peinlich empfunden. Dennoch sollte man sie ärztlich untersuchen lassen, weil Blut im Stuhl auch auf Darmkrebs hindeuten kann.
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Hämorrhoiden
Symptome: Juckreiz, Nässen und Brennen im Bereich des Darmausgangs, hellrotes Blut am Toilettenpapier
Behandlung: Es gibt Salben, Zäpfchen oder Analtampons, die desinfizierend wirken, entzündungshemmend und betäubend. Bei immer wiederkehrenden oder sehr schmerzhaften Hämorrhoiden hilft nur eine Operation. Es gibt minimal-invasive Verfahren, die möglichst schonend für Abhilfe sorgen.
Linderung: kalte Sitzbäder mit Kräuterextrakten, wie zum Beispiel mit Arnikaextrakt, Eichenrinde oder Rosskastanienextrakt bei starken Schwellungen sowie Hamamelisextrakt bei blutenden Hämorrhoiden können zusätzlich lindernd wirken
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Verstopfung - häufigste Magen-Darm-Krankheit
Die chronische Stuhlverstopfung, auch Obstipation genannt, gehört zu den häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen. Eine Verstopfung tritt häufig durch eine falsche Ernährung mit zu wenig Ballaststoffen auf oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Auch Stress kann die Verdauung bremsen. Manchmal deutet eine Verstopfung aber auf eine andere Erkrankung hin. Das Problem potenziert sich durch zu wenig Bewegung und zu wenig Flüssigkeitsaufnahme.
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Verstopfung
Symptome: eine zu lange Verweildauer des Stuhls im Darm, harter Stuhl, ständiges Völlegefühl, Probleme beim Absetzen des Stuhls, häufig muss bei der Stuhlentleerung heftig gepresst werden, Enddarm kann nur mithilfe der Finger entleert werden
Diagnose: unbedingt durch den Arzt die Diagnose erstellen lassen und auch einen Behandlungsplan. Werden die Abführmittel zu hoch dosiert, kann der Kaliumspiegel im Körper sinken, weitere Verstopfungen werden dadurch ausgelöst. Man gerät in einen Teufelskreis aus hohen Dosen von Abführmitteln und immer stärkeren Verstopfungen.
Behandlung: Therapie mit Ballaststoffen, Therapie mit Füll- und Quellmitteln, Lactulosegabe, weitere medikamentöse Behandlung mit salinischen oder stimulierend wirkenden Abführmitteln
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Vaginalpilze sind keine Geschlechtskrankheit
Der Hefepilz Candida albicans, der häufig Verursacher der lästigen Erkrankung ist, lässt sich gut therapieren. Bei etwa jeder fünften Frau im gebärfähigen Alter befinden sich Hefepilze in der Scheide, meist handelt es sich dabei um Candida albicans.
Ist die natürliche Infektabwehr der Vagina geschwächt, vermehrt sich der Pilz zu stark. Eine Entzündung entsteht, es kommt zu Beschwerden am Scheideneingang, in der Scheide und am äußeren Genitalbereich. Vaginalpilze sind keine Geschlechtskrankheit!
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Vaginalpilz
Symptome: Juckreiz oder Brennen im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane und des Scheideneingangs; Rötungen und/oder Schwellungen in der Vagina und im äußeren Genitalbereich, gelblich-weißer, bröckeliger Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr
Diagnose: Bei Ersterkrankung und Unsicherheiten ist es besser, gleich den Gynäkologen aufzusuchen. Per Abstrich kann er zweifelsfrei klären, ob es sich um einen Pilz handelt. Bei Selbsttherapie sollte sich innerhalb weniger Tage eine deutliche Besserung der Symptome zeigen.
Behandlung: Antimyotika in Form von Cremes und Tabletten helfen schnell. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
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Fußpilz kein kosmetisches Problem
Fußpilz ist keinesfalls ein kosmetisches Problem. Unbehandelt kann er sich auf weitere Körperregionen ausbreiten. Prädestiniert sind die Leistengegend und der Genitalbereich, denn Pilze mögen es feucht und warm. Fußpilz lauert demzufolge besonders gerne in Saunen und Schwimmbädern. Besonders Sportler sind gefährdet.
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Fußpilz
Ansteckung: über Pilzsporen, die besonders zahlreich in Schwimmbädern, Saunen und Sportbereichen vorhanden sind
Symptome: Juckreiz, der vor allem zwischen den Zehen auftritt, Entzündungen, Blasenbildung und Hautabschuppungen; brüchige, verfärbte oder verdickte Nägel deuten au Nagelpilz hin
Behandlung: Ist der Fußpilz noch im Anfangsstadium kann man mit einer Selbsttherapie Glück haben: Mit speziellen Lösungen, Sprays, Gels oder Pudern, die alle rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen sind, muss die Behandlung konsequent über mehrere Wochen erfolgen. Allerdings sollte man unbedingt einen Arzt einschalten, wenn sich die Symptome nicht nach wenigen Tagen bessern.
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Chlamydien - ein unerkanntes Risiko
Chlamydieninfektionen sind mit etwa 300.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung in Deutschland. Schätzungsweise 100.000 Frauen in Deutschland sind wegen einer unentdeckten Infektion mit diesen Keimen unfruchtbar. Beim Mann können Harnröhre, Prostata und Nebenhoden infiziert werden.
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Chlamydieninfektion
Ansteckung: durch Geschlechtsverkehr
Symptome: meist keine spürbaren; kann dazu führen, dass sich bei Frauen die Eileiter entzünden und vernarben
Gefahr: Unfruchtbarkeit, hohes Risiko für Eileiterschwangerschaft
Diagnose: Screening beim Gynäkologen, Untersuchung eines Zellabstrichs aus dem Gebärmutterhals
Behandlung: Behandlung der infizierten Frau oder des Mannes mit Antibiotika
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Potenzstörung - Das Leiden der Männer
Potenzstörung - auch erektile Dysfunktion genannt - wurde bis vor wenigen Jahren auf Stress und psychische Belastungen als Hauptursache zurückgeführt. Mittlerweile ist jedoch klar, dass sie oftmals auch auf organischen Leiden basiert. Chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck, Wirbelsäulenerkrankungen, Herzerkrankungen und Medikamente können zu Potenzstörungen führen. Betroffen sind etwa 1 bis 2 Prozent der 40-Jährigen und ca. 15 bis 20 Prozent der 65-Jährigen. Eine vorübergehende Erektionsschwäche kann aber auch bei Gesunden auftreten.
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Potenzstörung
Symptome: mangelnde Versteifungsfähigkeit des Penis, beziehungsweise die ungenügende Dauer der Versteifung
Diagnose: Vor der Behandlung sollte eine gründliche ärztliche Untersuchung erfolgen. Der Arzt muss abwägen, welche Behandlungsarten möglich sind. Um sich ein Bild machen zu können, wird der Arzt den Betroffenen befragen und untersuchen sowie eine Blutabnahme veranlassen. Eventuell sind auch spezialisierte Untersuchungen zur Funktionsfähigkeit der Schwellkörper notwendig.
Behandlung: Es stehen psychologische, medikamentöse, apparative und operative Verfahren zur Verfügung. Der Arzt entscheidet mit dem Patienten zusammen, was hilfreich ist.
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Depressionen sind häufigste psychische Erkrankung
Die Depression ist die häufigste psychische Störung unserer Bevölkerung. Die Angaben zum Erkrankungsrisiko sind sehr unterschiedlich und hängen von verschiedenen Definitionsansätzen und Typen von Depressionen ab. Man kann aber davon ausgehen, dass das Risiko, einmal im Leben an einer Depression zu erkranken, bei circa zehn bis 15 Prozent liegt. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.
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Depressionen
Symptome: Gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Interessenverlust, Freudlosigkeit, andauernde Müdigkeit, Schlafstörungen, verminderter Appetit, Durchfall, Druckgefühl in Hals und Brust, Gedächtnisstörungen, Libidoverlust, Schwindel, verminderte Konzentration, geringes Selbstwertgefühl, Suizidgedanken
Diagnose: erste Anlaufstelle ist in der Regel der Hausarzt, der nach einer Einschätzung weiterüberweisen kann an Neurologen, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten oder Fachkrankenhäuser
Behandlung: Psychotherapie, medikamentöse Behandlung oder Kombinationstherapie aus verschiedenen Therapieformen wie Bewegungs-, Verhaltens-, Lichttherapie in Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung
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Burn-out: Der Sturz in die Leere
Rund 40.000 Arbeitskräfte fehlen über das ganze Jahr im Büro oder an der Werkbank, weil sie sich ausgebrannt fühlten. Sie leiden an Symptomen der Erschöpfung und der inneren Leere. Es sind häufig Menschen betroffen, die über Jahre hinweg engagiert mit anderen Menschen arbeiteten.
Das Burnout-Syndrom setzt meist schleichend ein und verläuft in mehreren Phasen. In der Anfangsphase zeigen viele Betroffene ein sehr hohes Engagement für berufliche Ziele. Sie fühlen sich unentbehrlich und verleugnen eigene Bedürfnisse. Gleichzeitig haben sie das Gefühl, nie Zeit zu haben und sind ständig müde und erschöpft.
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Burn-out
Symptome: alles wird zu viel, konstante Übermüdung, Lustlosigkeit, innerliche Unruhe, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Rücken- oder Kopfschmerzen, Impotenz
Diagnose: erste Anlaufstelle ist in der Regel der Hausarzt, der nach einer Einschätzung weiterüberweisen kann an Neurologen, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten oder Fachkrankenhäuser
Behandlung: Psychotherapie, manchmal medikamentöse Behandlung, Entspannungstrainings